05.10.2016 Marion Schlegel

Morphosys-Aktie mit Befreiungsschlag – Analysten überschlagen sich

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Morphosys
Trendthema

Die Aussicht auf Zulassung eines ersten Medikaments auf Basis von Morphosys -Technologie hat am Dienstag die Aktien des Biotechunternehmens in die Höhe getrieben. Am Wochenende hatte das Partnerunternehmen Janssen positive Ergebnisse aus einer zulassungsrelevanten Studie für ein Schuppenflechte-Mittel veröffentlicht. In einem Biotech-Fachblatt kündigte ein Janssen-Manager unterdessen für das Mittel Zulassungsanträge in den USA und in Europa noch in diesem Jahr an. Damit rückt zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte von Morphosys eine Zulassung in greifbare Nähe. Im besten Fall könnte das Mittel im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Zuletzt hatte Morphosys mehrere Rückschläge bei einigen Partnerprogrammen erlitten. Die Aktien führten nach dem langen Wochenende am Dienstag den TecDAX mit einem Plus von mehr als 15 Prozent an. Damit lagen sie aber weit hinter früheren Kursständen. Im Frühjahr hatten die Titel zeitweise die 50-Euro-Marke überschritten, 2014 gab es noch Kurse von mehr als 80 Euro. Diese Marke könnte Morphosys laut Deutscher Bank wieder erreichen. Und auch zahlreiche weitere Analysten haben die gute Meldung zum Anlass genommen, die Morphosys-Aktie erneut unter die Lupe zu nehmen.

Analysten optimistisch

Auch HSBC und die Commerzbank erhöhten ihre Kursziele. JPMorgan hob hervor, dass das Mittel auf Basis des Morphosys-Antikörpers Guselkumab in der Studie besser als das gängige Medikament Humira des US-Pharmariesen Abbvie abschnitt. Die Analysten glauben, das Mittel dürfte genauso gut wie das neue Medikament Cosentyx von Novartis und ähnlich wie Taltz von Lilly wirken. Das Marktpotenzial von Guselkumab schätzt JPMorgan auf 0,8 Milliarden Dollar ein, die Umsatzbeteiligung von Morphosys betrage fünf Prozent. Morphosys selbst äußert sich nicht konkret dazu.

Die Investmentbank Oddo Seydler hat das Kursziel für Morphosys von 60 auf 66 Euro angehoben. Die Einstufung bleibt "Buy". Die ersten auf Lizenzgebühren basierenden Erlöse dürften 2018 generiert werden, schrieb Analyst Igor Kim in einer Studie vom Mittwoch. DER AKTIONÄR schließt sich den optimistischen Einschätzungen an. Die aktuelle Korrektur können Anleger zum Einstieg nutzen.

(Mit Material von dpa-AFX)

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