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Minus 30 Prozent: Darum crasht der Siemens‑Rivale Alstom

Minus 30 Prozent: Darum crasht der Siemens‑Rivale Alstom
Foto: CeltStudio/shutterstock
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Jan-Paul Fóri Heute, 12:41 Jan-Paul Fóri

Schocknachricht aus Frankreich: Der Eisenbahnbauer Alstom kappt überraschend seine Prognose. Trotz voller Auftragsbücher rudern die Franzosen bei ihren mittelfristigen Zielen zurück. Die Börse reagiert umgehend: Die Aktie stürzt zweistellig ab. DER AKTIONÄR beleuchtet die Hintergründe, die zur Prognosekappung geführt haben. 

Während Konkurrent Siemens Mobility zuletzt mit soliden Zahlen glänzte, schlittert der Erzrivale Alstom in eine handfeste Vertrauenskrise. Dabei sahen die nackten Zahlen auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. 

Im Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende März) konnte Alstom den Umsatz um vier Prozent auf 19,2 Milliarden Euro steigern. Organisch stand sogar ein Plus von sieben Prozent zu Buche. Getoppt wurde dies nur noch vom Auftragseingang: Dieser schoss um satte 39 Prozent auf den Rekordwert von 27,6 Milliarden Euro nach oben. Insgesamt sitzt der Konzern auf Bestellungen im Wert von über 100 Milliarden Euro. Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt – und die sieht plötzlich deutlich weniger glänzend aus.

Der Margen-Schock

Das Problem: Alstom bekommt die PS nicht auf die Schiene. Die bereinigte EBIT-Marge sank von 6,4 Prozent im Vorjahr auf rund 6,0 Prozent. Grund dafür ist eine brisante Mischung aus Verzögerungen bei wichtigen Zugprojekten und deutlich steigenden Kosten. Doch damit nicht genug: Der Konzern streicht auch seine zentralen mittelfristigen Ziele. Dass Alstom zudem vorerst keine Angaben zum Nettoergebnis macht, schürt zusätzliche Unsicherheit.

Schwache Prognose

Für das Geschäftsjahr 2026/27 stellt Alstom zwar weiteres Wachstum in Aussicht, schraubt die Erwartungen jedoch deutlich nach unten. Der Auftragseingang soll weiterhin über dem Umsatz liegen, das organische Wachstum wird bei rund fünf Prozent gesehen. Bei der Profitabilität dämpft der Konzern die Hoffnungen spürbar: Die bereinigte EBIT-Marge soll nur noch etwa 6,5 Prozent erreichen und damit klar unter den bisherigen Zielen von acht bis zehn Prozent bleiben. Beim Free Cashflow peilt Alstom zwar weiterhin einen positiven Wert an, allerdings dürfte eine saisonal bedingte Belastung von rund 1,5 Milliarden Euro in der ersten Jahreshälfte drücken. 

Alstom (WKN: A0F7BK)

Die Reaktion des Marktes ist gnadenlos. Die Aktie rauscht zeitweise um fast 30 Prozent in die Tiefe und markiert damit den tiefsten Stand seit Juli 2024. Das Vertrauen der Investoren, dass Alstom die Integration der Bombardier-Zugsparte und die globalen Lieferkettenprobleme im Griff hat, ist erst einmal dahin. Ebenso erfährt die jüngste Erholungsrally ein jähes Ende.

Die Alstom-Aktie ist aktuell keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR. Anleger greifen nicht ins fallende Messer und bleiben an der Seitenlinie. Welche Aktien stattdessen jetzt ein klarer Kauf sind, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe. Diese finden Sie hier.

DER AKTIONÄR 17/2026
Quelle: Börsenmedien AG

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