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17.07.2019 Benedikt Kaufmann

Metro: Gibt’s eine Sonderdividende – oder nicht?

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Metro

Bloomberg berichtete von einer möglichen Sonderdividende. Ein Unternehmenssprecher dementierte. Der Handelskonzern Metro wolle sich nicht mit einer Sonderausschüttung gegen die drohende Übernahme durch den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky wehren. Die Aktie notiert aktuell knapp ein Prozent im Minus.

Vergangene Woche hatte Kretinsky Details zur geplanten Metro-Übernahme veröffentlicht. Die Metro-Führung lehnt die Offerte zu niedrig ab. Laut Bloomberg plane das Management daher, anstehende Verkaufserlöse an die Aktionäre auszuschütten.

Der Handelskonzern erwäge die Auszahlung einer Sonderdividende aus den Erlösen des geplanten Verkaufs der Supermarktkette Real sowie des China-Geschäfts, so Bloomberg.

Ein Metro-Sprecher hat dies am Mittwochmittag dementiert.

Verkauf von Real und China-Geschäft

Metro will sich von dem seit langem schwächelnden Real-Geschäft ebenso trennen wie von den stark einzelhandellastigen Aktivitäten in China. Real soll an das Immobilienunternehmen Redos verkauft werden. Metro erhofft sich dadurch einen Mittelzufluss von 500 Millionen Euro. Allerdings hat zuletzt ein Konsortium um den Immobilieninvestor X+Bricks ein höheres Gebot für Real vorgelegt. Die Partnersuche in China sowie die Verkaufsgespräche für Real verliefen vielversprechend, seien aber noch nicht abgeschlossen, so der Metro-Sprecher.

Offerte zu niedrig – Verschuldung zu hoch

Metro-Chef Olaf Koch hatte bei der Ankündigung der Übernahme im Juni erklärt, das Unternehmen werde durch die Offerte "substanziell" unterbewertet. In seiner für kommende Woche erwartenden Stellungnahme dürfte zudem die Besorgnis des Managements über die zukünftige Verschuldung im Fokus stehen.

Ratingagenturen wie Moody's prüfen aktuell die Bonität des Handelskonzerns nach dem Gebot auf eine mögliche Herabstufung. Sie befürchten, die Verbindlichkeiten von Metro könnten nach einer Übernahme erheblich steigen. Hintergrund sind die Kreditzusagen verschiedener Banken für das Angebot. Das Metro-Management argwöhnt, dass Kretinsky und sein Partner Patrik Tkac die Schulden nach einer Übernahme Metro aufbürden könnten.

Ein Sprecher von EP Global Commerce (EPGC), dem Übernahmevehikel Kretinskys und Tkacs, erklärte, die Kapitalstruktur des Gebots sei "sehr solide" und unterstütze die Wachstumsstrategie Metros, inklusive der Verkäufe von Real und des China-Geschäfts. 2,5 Milliarden der 5,8 Milliarden Euro schweren Offerte finanziere EPGC mit eigenem Kapital. Den Angebotsunterlagen zufolge stammt die Hälfte der 2,5 Milliarden Euro jedoch aus Fremdkapital, das eine mit den Bietern zusammenhängende Holding zur Verfügung gestellt hat.


Metro (WKN: BFB001)

Mit Material von dpaAFX.