Zuletzt hat sich eine ungewöhnliche Dynamik im Technologiesektor ausgebildet. Ausgerechnet Amazon hat sich in den vergangenen fünf Jahren als schwächstes Mitglied der „Magnificent Seven“ erwiesen. Während Nvidia oder Alphabet von Rekord zu Rekord liefen, kam die Amazon-Aktie über diesen Zeitraum nur auf ein Plus von rund 33 Prozent.
• Amazon war zuletzt das Schlusslicht unter den großen Tech-Giganten.
• Die hohen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur belasten kurzfristig die Wahrnehmung.
• Der eigentliche Ertragshebel liegt in der hochprofitablen Cloud-Sparte AWS.
Ein Grund für die Zurückhaltung vieler Investoren sind die massiven Investitionen. Amazon hat seine Investitionsausgaben von 131,8 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf geschätzte 200 Milliarden Dollar im laufenden Jahr erhöht. Das Geld fließt vor allem in Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Genau diese Kapitaloffensive könnte jedoch den Grundstein für die Rückkehr zu alter Stärke legen.
AWS ist die Gewinnmaschine im Hintergrund
Während das Handelsgeschäft enorme Umsätze erzielt, aber vergleichsweise niedrige Margen aufweist, liegt der eigentliche Gewinnhebel bei Amazon Web Services. AWS ist mit einem globalen Marktanteil von knapp 30 Prozent der führende Anbieter im Cloud-Computing.
Die Zahlen zeigen die enorme Ertragskraft: Im ersten Quartal erzielte AWS einen Umsatz von 37,58 Milliarden Dollar. Das entsprach nur rund 20 Prozent des Konzernumsatzes. Gleichzeitig lieferte die Sparte mit 14,16 Milliarden Dollar operativem Gewinn rund 50 bis 60 Prozent des gesamten Konzernergebnisses. Die operative Marge lag damit bei starken 37,6 Prozent.
Investitionen in den nächsten Wachstumsmarkt
Die von der Wall Street kritisch beäugten Milliardeninvestitionen fließen in einen Markt mit enormem Potenzial. Branchenanalysen beziffern das weltweite Cloud-Volumen für dieses Jahr auf 1,1 Billionen Dollar. Bis 2033 soll der Markt auf 3,35 Billionen Dollar wachsen – bei einer jährlichen Wachstumsrate von 16 Prozent.
Amazon-Chef Andy Jassy hat vor diesem Hintergrund die langfristige Umsatzprognose für AWS verdoppelt. Innerhalb eines Jahrzehnts stellt er jährliche Erlöse von 600 Milliarden Dollar in Aussicht. Ausgehend vom AWS-Umsatz von 128,7 Milliarden Dollar im Jahr 2025 entspräche das einer Wachstumsrate von rund 17 Prozent pro Jahr.
Vom Händler zum Infrastruktur-Konzern
Die Skepsis des Marktes gegenüber den hohen KI-Investitionen greift zu kurz. Amazon investiert nicht ins Blaue hinein, sondern reagiert auf messbare und vertraglich signalisierte Kundennachfrage.
Der Konzern wandelt sich damit immer stärker vom Online-Händler zum unverzichtbaren Infrastruktur-Anbieter der digitalen Welt. Cloud-Dienste und künstliche Intelligenz dringen in immer mehr Lebens- und Wirtschaftsbereiche vor. Genau dort sitzt AWS an einer zentralen Stelle der Wertschöpfung.
Schwächephase als Chance
Genau diese strukturellen, über Jahrzehnte laufenden Entwicklungen stehen im Fokus des Börsenbriefs Megatrend Folger. Im Brief werden solche kurzfristige Unsicherheiten und relative Schwächephasen an den Märkten als strategische Einstiegsfenster bei etablierten Qualitätsaktien genutzt. Amazon erfüllt alle Kriterien einer klassischen Megatrend-Aktie, das seine Ertragskraft in den kommenden Jahren vervielfachen wird.
Hohe Investitionen drücken kurzfristig auf die Stimmung, schaffen aber die Grundlage für künftiges Wachstum. Über langfristig laufende Optionsscheine lässt sich diese Aufwärtsbewegung zudem gezielt begleiten.
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FAQs zur Amazon-Aktie
Warum war Amazon zuletzt schwächer als andere Tech-Giganten?
Amazon blieb in den vergangenen fünf Jahren mit rund 33 Prozent Kursplus hinter anderen Mitgliedern der „Magnificent Seven“ zurück. Ein Grund sind die hohen Investitionen in KI- und Cloud-Infrastruktur.
Warum investiert Amazon so viel Geld?
Der Konzern baut Rechenzentren und KI-Infrastruktur aus, um die steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten und künstlicher Intelligenz zu bedienen.
Warum ist AWS so wichtig für Amazon?
AWS liefert einen überproportional großen Teil des operativen Gewinns. Obwohl die Sparte nur rund 20 Prozent zum Umsatz beiträgt, steuert sie etwa 50 bis 60 Prozent zum Konzernergebnis bei.
Wie hoch ist die operative Marge von AWS?
Im ersten Quartal lag die operative Marge von AWS bei 37,6 Prozent.
Was ist die langfristige Chance bei Amazon?
Wenn der Cloud-Markt wie erwartet weiter stark wächst, kann AWS seine Ertragskraft deutlich ausbauen und Amazon wieder zu stärkerem Gewinnwachstum führen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Amazon
Heute, 07:00