So investieren Sie wie Peter Lynch
03.02.2021 Benjamin Heimlich

Match Group: Jahreszahlen trüben die rosarote Brille

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MATCH GR.INC. NEW

Die Match Group hat Jahreszahlen vorgelegt. Der amerikanische Betreiber von diversen Partnerbörsen wuchs auch 2020 kontinuierlich, ein Boom aufgrund der Corona-Pandemie blieb allerdings aus. Trotz Wachstumsprognose für 2021 in zweistelligen Bereich gibt die Aktie der Tinder-Mutter an der Nasdaq nach.

Rund 2,4 Milliarden Dollar Umsatz machte die Match Group im vergangenen Jahr und damit 17 Prozent mehr als 2019. Der Löwenanteil kam auch 2020 wieder von Tinder. Die App steuerte etwa 1,4 Milliarden Dollar zum Konzernumsatz bei.

Etwas stärker als das Gesamtjahr war das vierte Quartal. Zwischen Oktober und Dezember stieg der Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 um 19 Prozent auf rund 651 Millionen Dollar.

Die Erwartung, dass aufgrund der Corona-Pandemie mehr Menschen auf digitale Flirt-Angebote ausweichen würden, bewahrheitete sich nicht. Im Gegenteil: Insbesondere dort, wo hohe Infektionszahlen und angeordnete Lockdowns auftraten, sank nach Unternehmensangaben die Zahl der Erstanmeldungen auf den Match Group-Partnerbörsen.

MATCH GR.INC. NEW (WKN: A2P75D)

Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Zahlen: Aktuell steht die Match Group-Aktie an der Nasdaq bei einem Abschlag von gut drei Prozent.

Die Prognose, im kommenden Jahr wieder zwischen 14 und 18 Prozent mehr Umsatz zu erreichen und beim bereinigten EBITDA die Schwelle von einer Milliarde Dollar zu überspringen, war nicht ausreichend.

Die weltweiten Fortschritte bei den Corona-Impfungen machen flächendeckende Kontakteinschränkungen in den nächsten Monaten unwahrscheinlicher. Wer sich wieder im realen Leben daten kann, ist auch eher bereit, die ersten Schritte digital zu tun. DER AKTIONÄR hält daher an seiner Empfehlung fest. Anleger, die ihr Anfang April gefolgt sind, liegen aktuell knapp 113 Prozent im Plus.