31.05.2019 Markus Bußler

Lynas: Der helle Wahnsinn

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Lynas
Trendthema

Lange war es ruhig um das Thema Seltene Erden. China musste zwar etwas von seiner Vormachtstellung in Sachen Produktion der Hightech-Rohstoffe abgeben. Doch noch immer kontrolliert das Land rund 80 Prozent der Produktion. Der einzig westliche Produzent, der für Anleger in Frage kommt ist der australische Konzern Lynas. Und darauf stürzen sich aktuell die Anleger.

Heute ging es erneut über zehn Prozent nach oben. Das war aber nicht allein dem Handelsstreit zwischen China und den USA geschuldet. China hatte zuletzt angekündigt, dass man die Seltenen Erden als Instrument im Handelsstreit einsetzen könnte. Einsetzen bedeutet in diesem Zusammenhang, man könnte die Exporte in die USA einschränken oder ebenfalls mit einem Exporttarif belegen – wobei ersteres wahrscheinlicher wäre. Daraufhin sind die Preise für Seltene Erden deutlich angezogen.

Der heutige Anstieg hat aber mehr mit den Andeutungen seitens der Regierung Malaysias zu tun, wonach man die Betriebserlaubnis für die Verarbeitungsanlage von Lynas in Malaysia über das dritte Quartal des laufenden Jahres hinaus verlängern will. „Wir werden Lynas erlauben, weiterzumachen, da wir andernfalls ein großes Investment aus Australien verlieren“, sagte Premierminister Mahatir Mohamad vor Journalisten. Damit ist es zwar noch nicht offiziell, aber dennoch ein starker Fingerzeig in die Richtung, dass der Streit gelöst werden dürfte. Und das hat die Lynas-Aktie heute in Australien beflügelt.

Das Papier kann weiter zulegen und erreichte ein Mehrjahreshoch. Natürlich ist die Bewegung mittlerweile parabolisch und Anleger sollte im Normalfall eine Beruhigung des Kurses abwarten: Doch die mediale Wahrnehmung der Seltenen Erden in Kombination mit den mangelnden Anlagealternativen in diesem Sektor machen die Lynas-Aktie zu einem reinrassigen Hot-Stock. Und hier ist praktisch aktuell alles möglich.