Der Chip-Hersteller On Semiconductor steht unter Druck. Nachdem das Unternehmen die größte Übernahme seiner Firmengeschichte verkündet hat, reagierte die Börse mit einem massiven Ausverkauf: Die Aktie brach um über 20 Prozent ein. Anleger reagierten damit skeptisch auf den milliardenschweren Expansionskurs.
Der Grund für den Kursrutsch: On Semiconductor übernimmt den Spezialisten für Edge-KI und Konnektivität, Synaptics, in einem reinen Aktiendeal. Das Management erhofft sich davon eine deutliche Erweiterung des adressierbaren Marktes. Bis 2030 soll dieser durch den Vorstoß in die sogenannte „Physical AI“ um 30 Milliarden auf insgesamt 243 Milliarden Dollar wachsen.
Zukunftsvision: Roboter und autonome Fahrzeuge
CEO Hassane El-Khoury verteidigte den Zukauf vehement. Er setzt auf eine Welt, in der physische Systeme wie Roboter oder selbstfahrende Autos in Echtzeit eigenständige Entscheidungen treffen. Die „Astra“-Plattform von Synaptics, die KI-Prozessoren mit kabelloser Vernetzung kombiniert, soll hier als technologisches Rückgrat dienen. „Es gibt keine Überschneidungen bei den Produkten“, betonte El-Khoury im Interview mit dem US-Sender CNBC. Für das Unternehmen sei die Übernahme daher ideal, um Forschung und Produktportfolio zu ergänzen.
Während die Märkte auf den Deal mit Misstrauen blicken, betont das Management die Stabilität des Kerngeschäfts. Insbesondere das Segment für Rechenzentren laufe planmäßig und gewinne sogar an Fahrt. Dennoch wirkt die Skepsis der Investoren tief: Die Ankündigung, dass die Synergien von jährlich 200 Millionen Dollar erst 18 Monate nach Abschluss der Transaktion greifen sollen – die für Mitte 2027 geplant ist –, scheint vielen Anlegern zu weit in der Zukunft zu liegen.
Durch den Kursrutsch ist der Stoppkurs des AKTIONÄR bei 75 Euro gefährlich nah gerückt. Wer investiert ist, sollte diesen beachten.
Heute, 21:37