In der Halbleiterbranche ist das Übernahmefieber ausgebrochen. Chiphersteller Onsemi – eine AKTIONÄR-Empfehlung – bläst zum Angriff und schluckt den Edge-KI-Spezialisten Synaptics für rund sieben Milliarden Dollar. Ein strategisch sinnvoller Coup, der die Börse jedoch spaltet. DER AKTIONÄR beleuchtet die Details.
• Onsemi greift nach dem nächsten KI-Baustein und übernimmt den Edge-KI-Spezialisten Synaptics für sieben Milliarden Dollar.
• Strategisch überzeugt die Übernahme, an der Börse überwiegen zunächst jedoch Sorgen über Verwässerung und Integrationsrisiken.
• AKTIONÄR-Leser haben Grund zum Jubel: Die kürzlich im Aktien-Report „Die Nvidia-Nachfolger“ empfohlene Synaptics-Aktie steigt.
Onsemi, bekannt für seine Stärken in der Energieeffizienz und Sensorik, macht Nägel mit Köpfen. Mit der Übernahme von Synaptics für sieben Milliarden Dollar, die als reiner Aktientausch abgewickelt werden soll, sichert sich CEO Hassane El-Khoury das fehlende Puzzlestück für seine „Physical-AI“-Strategie.
Im Gegenzug erhalten Synaptics-Aktionäre für jede ihrer Aktien 1,35 Onsemi-Papiere. Dies entspricht einer Prämie von rund 19 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten zehn Handelstage. Nach Abschluss der Transaktion, der für Mitte 2027 anvisiert wird, werden die ehemaligen Synaptics-Eigentümer rund zwölf Prozent am fusionierten Unternehmen halten.
Darum ist der Deal strategisch brillant
Bisher war Onsemi ein Kraftpaket für Power-Management und Sensoren. Durch die Integration von Synaptics wandelt sich das Unternehmen zum Komplettanbieter für intelligente Systeme. Synaptics bringt die „Astra-Plattform“ ein – ein Kraftpaket aus KI-Prozessoren, neuronalen Einheiten und drahtloser Konnektivität.
Das Ziel ist klar definiert: Edge-KI. Es geht um Intelligenz, die direkt im Gerät arbeitet – sei es in autonomen Fabrikrobotern, vernetzten Autos oder AR/VR-Anwendungen. Onsemi erwartet, dass sich der adressierbare Markt durch den Zusammenschluss bis 2030 um 30 Milliarden Dollar auf insgesamt 243 Milliarden Dollar ausweiten wird.
Doch an der Wall Street herrscht Katerstimmung – zumindest kurzfristig. Während die Synaptics-Aktie im nachbörslichen Handel um bis zu zehn Prozent zulegte und vorbörslich immerhin rund vier Prozent im Plus steht, schickten Anleger die Onsemi-Papiere in den Keller (minus sechs bis zehn Prozent). Der Grund: Die Sorge vor einer Verwässerung durch die massive Ausgabe neuer Aktien sowie die typischen „Integrationsrisiken“ bei einem Deal dieser Größenordnung.
DER AKTIONÄR hatte Onsemi in Ausgabe 07/26 erstmals zum Kauf empfohlen. Seitdem hat sich die Aktie mehr als verdoppelt. Trotz des heutigen Rücksetzers bleibt die Aktie ein Kauf – an der überzeugenden Unternehmensstory hat sich nichts geändert. Auch Leser des Aktien-Reports „Die Nvidia-Nachfolger“ haben Grund zur Freude: Synaptics wurde darin neben vier weiteren KI-Perlen vorgestellt. Jetzt hier die anderen vier Namen enthüllen und abkassieren.
FAQ zu On Semiconductor:
1. Wann und wie ist das Unternehmen On Semiconductor entstanden?
Das Unternehmen entstand im Jahr 1999 als Spin-off der Halbleitersparte des Technologiekonzerns Motorola. Im darauffolgenden Jahr, im April 2000, ging ON Semiconductor als eigenständiges Unternehmen an die NASDAQ.
2. Was produziert On Semiconductor?
Das Unternehmen entwickelt und fertigt vor allem intelligente Leistungs- und Bildsensorlösungen für anspruchsvolle Märkte. Dazu gehören Leistungshalbleiter (wie moderne Siliziumkarbid-Chips) für Elektrofahrzeuge und Industrieanlagen sowie Kamerasensoren, die in Fahrassistenzsystemen und der Fabrikautomation eingesetzt werden.
3. Wie hoch ist der Jahresumsatz von On Semiconductor?
Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete On Semiconductor einen Umsatz von sechs Milliarden Dollar. Dies entsprach einem Rückgang um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2026 erwartet der Analystenkonsens Umsatzzuwächse in Höhe von acht Prozent auf 6,47 Milliarden Dollar.
Heute, 14:15