Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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11.09.2020 Adam Maliszewski

Knorr-Bremse: Thiele verkauft erneut Anteile - stockt er bei der Lufthansa auf?

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Knorr-Bremse

Die Aktien von Knorr Bremse stürzen um mehr als sechs Prozent ab. Großaktionär Heinz Hermann Thiele erwäge den Verkauf weiterer 10 Millionen Aktien, meldete die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstagabend. Er wolle so den Anteil an seinem Unternehmen deutlich reduzieren.

Knorr-Bremse (WKN: KBX100)

Großaktionär Heinz Hermann Thiele hatte bereits im Juni diesen Jahres acht Millionen Aktien verkauft, als Erlös waren ihm 700 Millionen Euro zugeflossen. Anschließend regten sich immer wieder Spekulationen, Thiele könne möglicherweise neue Aktienpakete bei der Lufthansa erwerben. 

Thiele hatte als wichtiger Aktionär wegen der Bundesbeteiligung bei der Lufthansa zum „Vorzugskurs“ von 2,56 Euro Einwände erhoben, sich dann aber einsichtig gezeigt und der Kapitalerhöhung zugestimmt. Der Milliardär hält nach Angaben der Lufthansa etwa 12,4 Prozent des Grundkapitals bei der Fluglinie.

Nach der Juni-Transaktion wurde nur mitgeteilt, der Erlös sei für andere private Investments von Thiele gedacht. Die neue Ankündigung drückt am Freitag moderat auf den Kurs der Knorr-Bremse-Aktie, sie verliert nach dem späten Sturz vom Donnerstag leicht und pendelt aktuell um 100-Euro-Marke. Händler bewerten den Thiele-Rückzug negativ, und gehen davon aus, er werde den Anteil an seinem Unternehmen deutlich reduzieren.

Die Privatbank Berenberg hob das Kursziel für Knorr-Bremse noch vor der Thiele-Ankündigung von 89 auf 99 Euro an. Die Einstufung beließ Analyst Philippe Lorrain bei „Hold“. Die Geschäftsentwicklung des Bremsenherstellers sei auch während der Corona-Krise nicht zu beanstanden gewesen, schrieb er in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die Bewertung der Aktien sei aber nicht attraktiv. Er verschob in seinem Modell den Bewertungshorizont um ein Jahr nach vorne.

Knorr-Bremse-Aktionäre müssen damit rechnen, dass Thiele seine Beteiligung kontinuierlich nach unten fahren dürfte. Es kann also immer wieder Kursdruck aufkommen. Der AKTIONÄR beobachtet die weiteren Entwicklungen, bleibt aber bei dem Papier an der Seitenlinie.