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24.03.2022 Michael Schröder

Jungheinrich: "Hässliche Gewinnwarnung" zieht Kion mit nach unten - die Hintergründe!

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Jungheinrich Vz.

Die Reaktion fällt recht heftig aus. Die Ankündigung, die Prognosen und Markterwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2022 nicht erfüllen zu können, zieht die Jungheinrich-Aktie heute deutlich nach unten. Der Wettbewerber Kion hat im Sog seine Talfahrt ebenfalls verstärkt. Eine kurze Bestandsaufnahme.

Aktienexperte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel sprach von einer "hässlichen Gewinnwarnung". Der Ausblick auf das laufende Jahr liege "deutlich unter den Bloomberg-Schätzungen", konstatierte er. Während Jungheinrich seinen Umsatz 2022 nun leicht über den 4,2 Milliarden Euro aus 2021 erwartet, lag der Bloomberg-Konsens bislang bei rund 4,5 Milliarden Euro. Ergebnisseitig sieht es noch weit schlechter aus: Angesichts deutlich steigender Materialkosten werden das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und das Vorsteuerergebnis (EBT) laut Unternehmen "deutlich unter dem Vorjahreswert" liegen. Am Markt dagegen war bislang indes mit einer Steigerung um die sechs Prozent gerechnet worden.

Jungheinrich verwies in seiner Mitteilung auf die Entwicklung der Materialkosten. Obwohl bereits auf einem "sehr hohen Niveau" dürften diese 2022 infolge des Ukraine-Kriegs nun weiter "merklich" steigen, hieß es. Weitere negative Effekte aus dem Krieg seien indes noch nicht berücksichtigt, da sie bislang nicht abschließend abschätzbar seien.

Um die im November angehobene mittelfristige Prognose halten zu können, will der Konzern seine personellen Kapazitäten dieses Jahr spürbar ausbauen. Bis 2025 soll bei Jungheinrich der Konzernumsatz aus eigener Kraft auf 5,5 Milliarden Euro wachsen. Acht bis zehn Prozent vom Umsatz sollen als operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) hängen bleiben. Die Rentabilität (ROCE) soll zwischen 21 und 25 Prozent liegen.

Jungheinrich Vz. (WKN: 621993)

Die Jungheinrich-Aktien sinken um gut zehn Prozent und vergrößerten den Abschlag der vergangenen fünf Tage auf fast 18 Prozent. Für Kion geht es zur Stunde um rund 7,5 Prozent bergab und seit dem erfolglosen Anlauf auf die 50-Tage-Linie vor wenigen Tagen um rund 17 Prozent. Beide Aktien radierten damit den Großteil ihrer Erholung seit dem Tief am 7. März aus und liegen wieder deutlich unter der 21-Tage-Linie, die als ein Indikator für den kurzfristigen Trend der Papiere gilt.

Kion Group (WKN: KGX888)

Die Verunsicherung durch den schwachen Ausblick auf das laufenden Jahr von Jungheinrich ist groß. Die mittelfristigen Aussichten (vor allem im Bereich Intralogistik) sind unverändert gut, die Charts beider Aktien wirken aber angeschlagen. Anleger warten vor einem Einstieg eine Stabilisierung der Kurse ab.

(Mit Material von dpa-AFX)

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