JD.com hat am Donnerstag seine Q4-Zahlen bekanntgegeben. Obwohl diese alles in allem im Rahmen der Erwartungen lagen, rutscht die Aktie im frühen US-Handel um mehr als zwei Prozent ab und markiert einmal mehr ein neues Jahrestief. Aus charttechnischer Sicht bleiben damit vorerst die Bären am Ruder.
Der Umsatz von JD.com stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal auf umgerechnet 48,9 Milliarden US-Dollar und lag damit leicht über dem Konsens der bei Bloomberg gelisteten Experten von 48,6 Milliarden Dollar. Die Profitabilität geriet trotz der starken Erlöse unter Druck. Während JD.com im Vorjahresquartal noch ein bereinigtes EBITDA von 1,7 Milliarden Dollar erzielt hatte, meldete der Konzern nun einen Verlust von 114 Millionen Dollar. Entsprechend fiel die bereinigte operative Marge von drei Prozent im Vorjahr auf minus 0,9 Prozent. Auch die EBITDA-Marge rutschte von 3,6 Prozent auf minus 0,2 Prozent, lag damit jedoch immer noch leicht über den Schätzungen der Experten. Positiv überraschte dagegen der bereinigte Gewinn je Aktie. Dieser fiel mit acht Cent doppelt so hoch aus wie erwartet.
Das Management betonte, dass sich die Umsatzstruktur zunehmend diversifiziere und künftig auch die Gewinnquellen breiter aufgestellt sein sollen. Trotz einer hohen Vergleichsbasis in den Kategorien Elektronik und Haushaltsgeräte habe insbesondere das Segment General Merchandise sowie das Marktplatz- und Werbegeschäft weiterhin stark zugelegt und im Quartal zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Auch das Kerngeschäft JD Retail habe sich in einem intensiven Wettbewerbsumfeld robust entwickelt und im Gesamtjahr sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn zweistellig zugelegt.
Für das Jahr 2026 sieht sich der Konzern dank seiner operativen Stärke und zunehmender KI-Integration gut aufgestellt. CEO Sandy Xu bezeichnete die Quartalszahlen als im Rahmen der Erwartungen und als Abschluss eines insgesamt soliden Geschäftsjahres.
In erster Reaktion fällt die Aktie von JD.com am Donnerstagnachmittag auf ein neues Jahrestief und damit gleichzeitig auf den tiefsten Stand seit August 2024 – aus charttechnischer Sicht ein Verkaufssignal.
Im Zuge der Quartalszahlen ist die Aktie von JD.com unter den Stopp von 22 Euro gefallen. Anleger sollten deshalb vorerst an die Seitenlinie wechseln. Weitere spannende Aktien aus dem Reich der Mitte finden Sie im Börsenbrief China Stock Report.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: JD.com.
Heute, 15:35