IPO‑Ticker: Nächstes Rüstungsunternehmen strebt an die Börse

IPO‑Ticker: Nächstes Rüstungsunternehmen strebt an die Börse
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Jan-Paul Fóri Heute, 09:41 Jan-Paul Fóri

Die Nachricht verbreitet sich am Montagmorgen wie ein Lauffeuer: Die Gabler Group plant einen Börsengang. Das Unternehmen aus Lübeck hat sich auf Marinetechnik für U-Boote spezialisiert. Insbesondere bei ausfahrbaren Periskopmasten hat sich die Gabler Group einen Namen erarbeitet und trifft damit den Nerv der Zeit. DER AKTIONÄR beleuchtet die bereits bekannten Eckdaten zum IPO.

In einer Zeit, in der Verteidigungsausgaben weltweit steigen und der Schutz kritischer Infrastruktur unter Wasser – man denke an Sabotageakte gegen Pipelines oder Seekabel – oberste Priorität hat, kommt die Gabler Group mit ihrem Börsenplänen genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Lübecker sind kein unbeschriebenes Blatt, sondern ein etablierter Global Player in einer hochspezialisierten Nische.

Marktführer aus der Hansestadt

Gabler gilt als der führende europäische und einer der zwei weltweit größten Anbieter von ausfahrbaren Mastsystemen für konventionelle U-Boote. Ob Kommunikation, Sensorik oder Optronik: Ohne die Technik aus Lübeck bleiben viele U-Boote „blind“. Mit einer Historie von über 60 Jahren ist das Unternehmen tief im Verteidigungssektor verwurzelt – rund 75 Prozent des Umsatzes entfallen auf diesen Bereich. Die Kundenliste liest sich wie das „Who's who“ der maritimen Welt: Über 250 Kunden, darunter 25 Marinen weltweit (von Deutschland über Indien bis Südkorea), setzen auf die Technik der Norddeutschen.

Ein Blick in die Bilanz zeigt: Gabler ist nicht nur technologisch, sondern auch finanziell auf Kurs. Für das Geschäftsjahr 2025 weist das Unternehmen auf Pro-forma-Basis einen Nettoumsatz von 61,7 Millionen Euro aus. Besonders eindrucksvoll ist die Profitabilität: Die bereinigte EBIT-Marge liegt bei starken 28,2 Prozent.

Der Auftragsbestand beläuft sich zum Jahresende 2025 auf satte 359 Millionen Euro. Das entspricht etwa dem Sechsfachen des aktuellen Jahresumsatzes und bietet eine enorme Visibilität für die kommenden Jahre. Mittelfristig peilt das Management um CEO David Schirm einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro an.

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Wachstumschance: Schutz kritischer Infrastruktur

Doch Gabler ist mehr als nur U-Boot-Masten. Durch strategische Zukäufe wie develogic (Unterwasser-Kommunikation) und SubCtech (Unterwasser-Energiespeicher) hat sich die Gruppe in zukunftsträchtigen Feldern positioniert. Es geht um Unterwasserüberwachung – den Schutz von Offshore-Windparks, Datenkabeln und Pipelines unterhalb der Meeresoberfläche. In diesem fragmentierten Markt sieht Gabler enormes organisches und anorganisches Wachstumspotenzial.

Die IPO-Eckdaten

Mit dem Börsengang will Gabler nun netto 40 Millionen Euro durch eine Kapitalerhöhung einsammeln. Das frische Kapital soll die Bilanz stärken und das Wachstum durch Investitionen in Vertrieb, Forschung sowie gezielte Zukäufe massiv beschleunigen. Im Rahmen des IPOs veräußert der bisherige Alleineigentümer Possehl zudem einige Anteile. Trotzdem will Beteiligungsgruppe langfristig als Minderheitsaktionär an Bord bleiben will. Der Pressemitteilung zufolge soll die Handelsaufnahme der Gabler-Aktie voraussichtlich Anfang März abgeschlossen sein. 

Das Angebot soll dabei aller Voraussicht nach aus einem öffentlichen Angebot in Deutschland sowie internationalen Privatplatzierungen an qualifizierte Anleger außerhalb Deutschlands bestehen. Der Börsengang wird dabei von Cantor Fitzgerald koordiniert, das Bankhaus Bankhaus Metzler übernimmt die Rolle des gemeinsamen Bookrunners.

Die IPO-Pläne von Gabler wirken vielversprechend. Für eine erste Einschätzung bedarf es zunächst jedoch der Veröffentlichung weiterer Daten wie dem Angebotspreis je Aktie. DER AKTIONÄR bleibt am Ball und wird zeitnah über etwaige News in dem Fall berichten. 

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