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06.05.2022 Michael Schröder

Infineon vor den Zahlen: Befreiungsschlag oder Abverkauf?

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Infineon

Infineon legt am kommenden Montag (9. Mai) die Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Ende 30. September) vor. Erstmals werden die Daten vom neuen Konzernchef Jochen Hanebeck vorgestellt, der im April das Ruder von Reinhard Ploss übernommen hat. Der Chipriese dürfte seinen Wachstumskurs zwar fortgesetzt haben. Das Tempo dürfte sich allerdings verlangsamt haben.

Für das zweite Geschäftsquartal rechnet Infineon mit Erlösen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro, was einer Steigerung von gut einem Prozent zum ersten Quartal entspräche. Bei Chipherstellern wird wegen der stark schwankenden Nachfrage meist die Entwicklung zum Vorquartal und nicht zum Vorjahreswert beachtet. Die Marge für das Segmentergebnis, der Messgröße für das operative Ergebnis des Konzerns, soll etwa 22 Prozent betragen und damit etwas weniger als im Quartal zuvor.

Vor allem im vierten Quartal soll der Umsatz dann wieder stärker zulegen, als es derzeit noch für das zweite und dritte Quartal erwartet wird. Zudem fußt die Prognose auf einem Wechselkurs von 1,15 Dollar je Euro. Dass der Euro zuletzt deutlich schwächer notierte, dürfte dem Konzern wie bereits im ersten Quartal zugutekommen. Der Konzern erzielt rund zwei Drittel seiner Erlöse in Dollar, seit er den US-Konzern Cypress übernommen hat.

Analysten erwarten für das Q2 im Schnitt einen Umsatz in Höhe von 3,22 Milliarden Euro und damit zwei Prozent mehr als im Vorquartal. Das Segmentergebnis dürfte ihnen zufolge leicht auf 712 Millionen Euro zurückgehen. Die entsprechende Marge wäre dann 22,1 nach 22,7 im Quartal zuvor.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Infineon mit 12,5 bis 13,5 Milliarden Euro Umsatz. Im Mittelpunkt der Spanne wären das rund zwei Milliarden oder 18 Prozent mehr als im vergangenen Geschäftsjahr. Die Segmentergebnis-Marge soll im Mittelpunkt der Umsatzspanne etwa 22 Prozent (Vorjahr: 20,5 Prozent) betragen. Daran dürfte sich vorerst nichts ändern.

Infineon (WKN: 623100)

Das Umfeld für Technologiewerte ist derzeit alles andere als gut. Die laufende Zinswende hat bereits seit Jahresbeginn einen Wechsel weg von hoch bewerteten Wachstumstiteln zu günstigeren Value-Aktien eingeläutet. Die Resultate und Signale der Wettbewerber Texas Instruments, STMicroelectronics, ON Semiconductor und NXP Semiconductor lassen aber Gutes erahnen. DER AKTIONÄR blickt daher zuversichtlich auf den anstehenden Quartalsbericht. Anleger sollten sich von der jüngsten (Kurs-)Entwicklung nicht aus der Ruhe bringen lassen, den Blick nach vorne richten und an der Aktie festhalten.

(Mit Material von dpa-AFX)

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