21.06.2019 Marion Schlegel

Infineon-Aktie: War’s das schon wieder mit der Erholung?

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Infineon
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Vom jüngsten Tief bei 13,42 Euro hat sich die Aktie von Infineon wieder etwas entfernen können. Mehr als zehn Prozent hat das Papier seitdem zugelegt. Die Aktie war zuletzt erneut unter Druck geraten, nachdem der Branchen-Kollege Siltronic seine bereits gesenkten Jahresziele erneut zurückgefahren hat. Für weiteren Druck sorgte zudem die Ankündigung, rund 30 Prozent des Kaufpreises für die geplante Übernahme von Cypress Semiconductor – also rund 2,7 Milliarden Euro – über Eigenkapital finanzieren zu wollen.

Den Rest des benötigten Eigenkapitals könnte der Chiphersteller nun durch die Ausgabe von Pflichtwandelanleihen generieren, wurde von den Marktteilnehmern kritisch beäugt. Dadurch würde ein Aktienüberhang entstehen, der auf den Kurs drücke. Insofern hätten es die Anleger wohl lieber gesehen, wenn Infineon den Deal in einem Schritt finanziert hätte.

Nichtsdestotrotz bleiben die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs aber zuversichtlich. Sie haben die Aktie von Infineon auf „Buy“ mit einem Kursziel von 21,50 Euro belassen. Er habe angesichts des Verwässerungseffekts im Zuge der Maßnahme seine Schätzungen für den Gewinn je Aktie bis 2024 aber reduziert, schrieb Analyst Alexander Duval in einer am Mittwoch vorgelegten Studie.

Interessantes Kauf-Niveau

Auch DER AKTIONÄR sieht aus fundamentaler Sicht ein absolut attraktives Niveau bei Infineon erreicht. Charttechnisch muss sich das Papier nun festigen. Nach der Übernahme peilt der Vorstand ein Umsatzwachstum von neun Prozent, eine Segmentergebnis-Marge von 19 Prozent und eine Investitionsquote von 13 Prozent an. Der Konzern erwartet zudem Kostensynergien von jährlich 180 Millionen Euro bis 2022. DER AKTIONÄR hält an seinem Fazit fest: Geht der Plan vom Vorstand auf, dürfte der Konzern mittelfristig operativ profitieren – und die Aktie deutlich höher notieren.

(Mit Material von dpa-AFX)

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.