Seit dem 4. September und bis zum 8. September läuft in Berlin noch die IFA 2026. Auf dem Messegelände präsentieren Hersteller aus aller Welt ihre neuesten Produkte und Technologien. Die Internationale Funkausstellung gilt seit 1924 als eine der wichtigsten Bühnen für die Unterhaltungselektronik. Doch nicht immer erwiesen sich die gezeigten Innovationen als Verkaufsschlager.
Als „Große Deutsche Funkausstellung“ gestartet, standen auf der IFA zunächst Radio und Rundfunk im Mittelpunkt. Im Laufe der Jahrzehnte kamen Fernseher, Stereoanlagen, Videotechnik, Computer, Smartphones, Haushaltsgeräte und zuletzt zunehmend vernetzte Technologien hinzu. Die Messe findet heute jedes Jahr im September in Berlin statt.
Dabei hat die IFA nicht nur Technikgeschichte geschrieben. So manche vermeintliche Revolution entpuppte sich im Nachhinein als Ladenhüter. DER AKTIONÄR hat fünf besonders spektakuläre Beispiele zusammengetragen.
- Die IFA in Berlin gilt als wichtige Messe für Unterhaltungselektronik.
- Die IFA findet noch bis zum 08. September 2026 statt.
- 2025 besuchten über 220.000 Gäste die IFA.
1. Video 2000: Technisch stark, trotzdem gescheitert
1979 präsentierten Philips und Grundig auf der IFA ihr neues Videosystem Video 2000. Die Technik hatte einiges zu bieten: Die Kassetten waren beidseitig bespielbar und ermöglichten dadurch lange Aufnahmezeiten. Auch bei der Bildqualität musste sich das System nicht verstecken.
Doch im Formatkrieg gegen VHS und Betamax reichte technische Qualität allein nicht aus. VHS setzte sich zunehmend durch. JVC lizenzierte das Format an zahlreiche Hersteller, die Videokassetten verbreiteten sich und auch die Videotheken setzten auf VHS. Video 2000 konnte diese Entwicklung nicht mehr aufholen. Das System verschwand Mitte der 1980er-Jahre wieder vom Markt.
Die bittere Erkenntnis: Bei neuen Formaten gewinnt nicht zwingend die beste Technik – sondern häufig das System mit dem größeren Ökosystem.
2. DCC: Die digitale Kassette, die keiner mehr brauchte
1991 wollte Philips mit der Digital Compact Cassette, kurz DCC, die klassische Musikkassette ins digitale Zeitalter überführen. Das Konzept war durchaus clever. DCC bot digitale Aufnahmen und war gleichzeitig abwärtskompatibel zu herkömmlichen Kassetten. Doch der Markt entwickelte sich schneller, als Philips lieb sein konnte.
Sony setzte mit der MiniDisc auf ein anderes digitales Medium. Gleichzeitig begann sich mit MP3 eine Technologie zu etablieren, die Musik komplett von physischen Datenträgern lösen sollte. DCC hatte damit kaum eine Chance. Philips stellte das Format bereits 1996 wieder ein.
Letztlich war die DCC ein Produkt, das seiner Zeit voraus sein wollte – und schließlich von einer noch größeren technologischen Veränderung überrollt wurde.
3. 3D-Fernseher: Nach dem Kino-Hype kam die Ernüchterung
Rund um das Jahr 2010 waren 3D-Fernseher eines der großen Themen der Unterhaltungselektronik. Der Erfolg von Filmen wie „Avatar“ sorgte für zusätzliche Euphorie. Was im Kino funktionierte, sollte schließlich auch im Wohnzimmer zum Standard werden.
Die Hersteller präsentierten auf der IFA Fernseher mit 3D-Unterstützung, passende Blu-ray-Player und ganze Produktwelten rund um das räumliche Fernsehen. Doch der große Durchbruch blieb aus.
Für das 3D-Erlebnis mussten Zuschauer häufig eine spezielle Brille tragen. Gleichzeitig war das Angebot an geeigneten Inhalten begrenzt. Der zusätzliche Aufwand stand für viele Verbraucher nicht im Verhältnis zum Mehrwert. Der Hype flaute ab. Heute spielt 3D im klassischen TV-Markt praktisch keine Rolle mehr.
4. Curved TV: Die gebogene Zukunft, die nicht kam
Kaum war der 3D-Hype abgeklungen, folgte der nächste große TV-Trend: Curved TVs.
Gebogene Fernseher sollten das Bild immersiver machen und das Sichtfeld des Zuschauers besser ausfüllen. Hersteller wie Samsung investierten massiv in die neue Bauform. Auf Messen gehörten die gebogenen Displays zeitweise zu den großen Blickfängern.
Doch auch dieser Trend konnte sich nicht dauerhaft durchsetzen. Der vermeintliche Vorteil war vor allem dann spürbar, wenn der Zuschauer zentral vor dem Fernseher saß. Für Familien auf einem Sofa war die gebogene Form dagegen nicht unbedingt ein Vorteil. Hinzu kamen höhere Preise und die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen. Heute dominieren wieder klassische, flache Displays.
5. Smarte Haushaltsgeräte: Nicht alles braucht eine App
Der Smart-Home-Boom brachte auf der IFA eine ganze Reihe vernetzter Haushaltsgeräte hervor. Kühlschränke, Kaffeemaschinen, Backöfen und sogar Wasserkocher sollten per Smartphone gesteuert werden.
Das Problem: Bei manchen Geräten war der zusätzliche Nutzen schlicht zu gering. Ein smarter Wasserkocher lässt sich zwar aus der Ferne starten. Das Wasser muss aber trotzdem eingefüllt werden. Auch beim Toaster hilft die App wenig, wenn das Brot noch von Hand eingelegt werden muss. Viele dieser Produkte verschwanden deshalb wieder aus dem Fokus der Verbraucher.
Die Idee dahinter bleibt allerdings aktuell: Vernetzung funktioniert dann besonders gut, wenn sie ein echtes Problem löst – nicht nur, weil ein Gerät technisch vernetzbar ist.gt werden muss
Video 2000, DCC, 3D-Fernseher und Curved TVs zeigen, wie schnell sich ein vermeintlicher Megatrend erledigen kann. Und auch bei den aktuellen Neuheiten der IFA 2026 wird sich erst in einigen Jahren zeigen, welche Produkte tatsächlich Geschichte schreiben.
Trotzdem sind Megatrends ein nicht zu unterschätzender Renditebringer. Mit dem Börsenbrief Megatrend Folger setzen Anleger usgewählte Aktien und Optionsscheine für den systematischen Vermögensaufbau. Börsenexperte Stefan Sommer kombiniert fundamentale und charttechnische Analyse und fokussiert sich auf Titel mit stabilen, langfristigen Aufwärtstrends. Die Performance spricht dabei für sich: Seit Auflage hat das Aktien-Depot um 511 Prozent zugelegt und das Optionsschein-Depot um 1.747 Prozent angezogen.
Zum Börsenbrief Megatrend Folger
Heute, 11:40
Bei Google bevorzugen