08.03.2016 Michael Schröder

Hugo Boss ohne Chef: Wird nun auch noch die Dividende zusammengestrichen?

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Stimmungstief bei Hugo Boss: Nach der Gewinnwarnung Ende Februar, dem anschließenden Kurssturz der Aktie und dem überraschenden Ausscheiden des Vorstands Claus-Dietrich Lahrs ist die Welt in der schwäbischen Provinz alles andere als in Ordnung. Am Donnerstag gibt es endgültige Zahlen und einen Ausblick. Bereits am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat.

Seit Anfang des Monats ist Hugo Boss ohne starken Mann an der Spitze. Bis ein neuer Firmenlenker gefunden ist, müssen sich Finanzchef Mark Langer, Markenvorstand Christoph Auhagen und der für das noch junge Vertriebsressort zuständige Bernd Hake das Amt teilen. Wie lange bleibt das Trio an der spitze? Am morgigen Mittwoch (9. März) tagt bereits der Aufsichtsrat. Dem Vernehmen nach wird vom italienischen Großaktionär Marzotto eine deutsche Lösung favorisiert.

Doch viel wichtiger ist, mit welcher Strategie der Neue die Karre aus dem Dreck ziehen will. Während das Europa-Geschäft weiterhin brummt, setzen dem Konzern die Rabattschlachten in den USA und vor allem die nachlassende Kauflust der Chinesen zu. Hugo Boss hat zu viele Läden, die dazu noch zu wenig Ertrag abwerfen. Die schnell wachsenden Segmente wie Accessoires oder Lifestyle und das Onlinegeschäft wurden zu lange vernachlässigt.

Bei der Überarbeitung der Strategie rückt für den neuen Vorstand angesichts der schwachen Gewinnentwicklung auch die Dividendenpolitik im Fokus. Dank einer zuletzt sehr hohen Ausschüttungsquote stehen für 2015 (noch) rund 3,50 Euro je Aktie im Raum. Daraus resultiert eine Rendite von 6,3 Prozent. Weitere Details zur künftigen Dividendenpolitik und einen Ausblick gibt es dann auf der Bilanzpressekonferenz am kommenden Donnerstag. Spannende Zeiten für Modefans an der Börse. DER AKTIONÄR favorisiert in der Branche derzeit die etwas dynamischere Aktie von Tom Tailor – wird die künftige Strategie bei Hugo Boss aber genau unter die Lupe nehmen.

(Mit Material von dpa-AFX)