Im schwachen Gesamtmarkt verliert auch die Aktie von Hensoldt am Donnerstag weiter an Boden. Die endgültigen Zahlen des Konzerns und eine Hochstufung durch die Bank of America können dem MDAX-Titel keinen Schwung verleihen. Der jüngste Abverkauf ist damit nach wie vor nicht gestoppt.
Analyst Benjamin Heelan von der Bank of America hat Hensoldt von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft, auch wenn er das Kursziel leicht von 90,00 auf 88,50 Euro gesenkt hat. Durch den Angriff des Iran mit Mittelstreckenraketen auf einen US-Stützpunkt im Indischen Ozean habe noch einmal untermauert, wie wichtig Investitionen in Luftverteidigung auch für Europa seien. Hensoldt sei neben anderen europäischen Werten wie die AKTIONÄR-Empfehlungen BAE Systems, Leonardo oder Kongsberg einer der Gewinner dieser Entwicklung. 65 bis 70 Prozent der Erlöse würde der deutsche Radarspezialist im Bereich Luftverteidigung machen, so Heelan.
Mit dem Geschäftsbericht für 2025 hat der Konzern derweil die vorläufigen Zahlen von Ende Februar bestätigt. Der Nettogewinn ging von 106 Millionen Euro im Vorjahr auf 86 Millionen Euro zurück. Die Prognose für 2026 wurde ebenfalls bestätigt. Angepeilt werden ein Umsatz von etwa 2,75 Milliarden Euro (2025: 2,46 Milliarden Euro) und eine bereinigte EBITDA-Marge von 18,5 bis 19,0 Prozent (2025: 18,4 Prozent). Die Dividende für 2025 soll wie ebenfalls bereits bekannt um fünf Cent auf 0,55 Euro je Aktie angehoben werden.
Hensoldt kommt an der Börse seit Monaten nicht richtig in Fahrt. Mit seinem Portfolio agiert der Konzern zwar am Puls der Zeit. Doch andere Unternehmen aus der Branche verstehen es nach wie vor besser, den Rüstungs-Boom auch in der Bilanz widerzuspiegeln. DER AKTIONÄR favorisiert deshalb nach wie vor andere Werte im Sektor. Eine ausführliche Analyse von Deutschlands zweiter Reihe finden Sie hier in der aktuellen Ausgabe 14/26 von DER AKTIONÄR.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Leonardo.
Heute, 09:14