22.02.2019 Andreas Deutsch

Henkel: Rekorddividende – aber reicht das wirklich aus?

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Henkel
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Der Konsumgüterkonzern Henkel will nach einem Gewinnrückgang stärker in Wachstum investieren. Außerdem will Henkel innovativer werden. Für 2018 plant der Konzern die Ausschüttung einer Rekorddividende von 1,85 Euro je Vorzugsaktie. Die Aktie hat sich zwar erholt – aber wirklich spannend ist die Story nicht.

Henkel will ab sofort für Wachstum 300 Millionen Euro einplanen. Konzernchef Hans Van Bylen bezeichnete den Hersteller von Persil und Prit als „kerngesund“. Henkel habe seine Entwicklungszyklen verkürzt, und neue Produkte kämen nun schneller auf den Markt. Wachstumstreiber ist vor allem das Geschäft mit Klebstoffen, das im Geschäftsjahr 2018 mit vier Prozent organisch am stärksten zulegte.

Den Umsatz für das laufende Jahr will Henkel aus eigener Kraft um zwei bis vier Prozent steigern. Die um einmalige Aufwendungen und Erträge sowie Umbaukosten bereinigte Gewinnspanne (EBIT-Marge) soll 16 bis 17 Prozent erreichen. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Vorzugsaktie dürfte allerdings um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sinken, wenn man Schwankungen der Währungskurse herausrechnet.

Für die Zukunft will Henkel stärker in Sachen Umwelt- und Tierschutz punkten. Die bekannte Shampoo-Marke Schauma, die laut Van Bylen in Deutschland auf 20 Prozent Marktanteil kommt, soll mit veganen Formeln punkten. Für die Geschirrspülmarke Pril sind neue, ökologisch-zertifizierte Produkte mit nachhaltigen Kunststoffverpackungen geplant.

Gewinn sinkt stark

Im abgelaufenen Geschäftsjahr schrumpfte der Umsatz des Konsumgüterriesen wegen negativer Wechselkurseffekte um 0,6 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro. Die Währungseffekte führten zu einer Belastung von 1,1 Milliarden Euro. Der Nettogewinn sank wegen einer höheren Steuerbelastung sogar um rund acht Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Unspannend

Henkel ist zwar im Peergroup-Vergleich günstig bewertet. Doch angesichts des generell mauen Wachstums bei Umsatz und Gewinn ist die komplette Sparte wenig attraktiv.

(Mit Material von dpa-AFX)