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01.07.2020 Marion Schlegel

Gilead Sciences: Run auf Corona-Mittel – US-Regierung sichert sich Großteil der Produktion

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Gilead Sciences

Die Aktie des US-Biotech-Unternehmens Gilead nimmt wieder Fahrt auf. Bei Tradegate notiert das Papier am frühen Nachmittag 1,7 Prozent im Plus bei 69,67 Euro. Beflügelt hat die Nachricht, dass sich die US-Regierung einen Großteil der bis September anvisierten Produktionsmenge des Corona-Mittels Remdesivir gesichert hat.

Eine entsprechende Vereinbarung mit Gilead Sciences sieht laut US-Gesundheitsministerium den Erwerb von Wirkstoff-Dosen für mehr als 500.000 Behandlungen vor. Das entspreche 100 Prozent der geplanten Produktionsmenge für Juli sowie jeweils 90 Prozent für August und September. Remdesivir gilt als eines der aussichtsreichsten Medikamente bei schweren Corona-Symptomen. Es kann Studien zufolge den Krankenhausaufenthalt bei Covid-19 verkürzen.

Gilead Sciences (WKN: 885823)

Zu der Frage, ob durch die Vereinbarung die Versorgung mit dem Wirkstoff in Europa gefährdet sei, wollte sich ein Gilead-Sprecher auf Anfrage nicht äußern. Pharma-Experte Andrew Hill von der britischen Universität Liverpool sagte laut "Guardian": "Sie (die USA) haben Zugriff auf einen Großteil des Medikaments, also bleibt nichts für Europa."

Gilead vereinbarte nach eigenen Angaben mit der US-Regierung, dass nicht zugeteilte Teile der Produktion "für andere Verwendungszwecke, auch für Länder außerhalb der Vereinigten Staaten, bereitgestellt werden können". Dazu werde man die Bedarfsmeldungen der Krankenhäuser engmaschig beobachten und alle zwei Wochen evaluieren, hieß es weiter.

Gerade erst hatte Gilead den Preis für den US-Markt festgesetzt. Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2.340 Dollar (etwa 2.000 Euro) pro Patient kosten. Dieser Nettobetrag sei auch für Deutschland geplant, hatte der Sprecher von Gilead in Deutschland, Martin Flörkemeier, am Dienstag gesagt.

Erst vergangene Woche hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen in Europa empfohlen. Eine Entscheidung durch die EU-Kommission wird noch diese Woche erwartet.

Die Aktie von Gilead Sciences befindet sich auch im Musterdepot des AKTIONÄR. Ein Erfolg des Mittels Remdesivir wäre für das Unternehmen extrem wichtig, hatte das Unternehmen doch in den vergangenen Jahren mit deutlich rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. Anleger bleiben bei der Aktie an Bord.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "AKTIONÄR-Depot".

(Mit Material von dpa-AFX)