Die Gewinner der Q2-Zahlensaison >> lesen
Foto: Börsenmedien AG
24.07.2014 Thorsten Küfner

Gazprom: Scharfe Sanktionen? Experten winken ab

-%
DAX

Im Rahmen eines Sondergipfels will die Europäische Union heute weitere Sanktionen gegen Russland verhängen. So sollen nun noch mehr Firmen und Personen aus dem weltgrößten Flächenstaat mit diversen Verboten belegt werden. Es dürfte spannend werden, inwieweit die schärferen Sanktionen auch Gazprom treffen werden. Die Experten der Großbanken Goldman Sachs und Societe Generale zweifeln jedoch daran, dass sich die EU tatsächlich auch zu wirklich scharfen Maßnahmen gegen den Gasriesen durchringen wird.
Beide verweisen darauf, dass die EU selbst einfach viel zu abhängig vom Erdgas aus Russland ist. Daher könnten schärfere Sanktionen auch die eigenen Volkswirtschaften belasten. Die Societe Generale erklärt: „Gazprom lieferte zuletzt 26 Prozent des in der EU verbrauchten Erdgases. Es ist sowohl kurz- als auch mittelfristig einfach nicht möglich, dieses Volumen zu ersetzen.“ Kurzfristig könne man lediglich versuchen, die Erdgasspeicher so rasch wie möglich komplett auszufüllen. Langfristig hätte man etwa die Möglichkeit, den Verbrauch fossiler Brennstoffe herunterzufahren oder eben verstärkt auf das umstrittene und äußerst umweltschädliche Fracking zu setzen.

Gazprom braucht Europa – Europa braucht Gazprom

Dia Abhängigkeit Europas von Gazprom dürfte noch über Jahre bestehen bleiben. Dies ist wichtig für Gazprom, da das Geschäft mit den EU-Staaten wegen der dort hohen Gaspreise die absolute Cash-Cow des Konzerns ist. Die äußerst günstig bewertete Aktie bleibt jedenfalls für mutige Anleger mit einem langen Atem ein klarer Kauf (Stopp: 4,70 Euro).

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
DAX - Pkt.
Gazprom - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7