28.05.2014 Stefan Sommer

Gazprom: Jetzt wird es spannend!

-%
DAX
Trendthema

Der Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich zu. Nun gibt es ein Ultimatum. Deutschland ist allerdings für eine mögliche Eskalation gut gewappnet, erklärte das Bundesministerium am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Was macht die Gazprom-Aktie?

Russland verlangt, dass die Ukraine bis Ende dieser Woche zunächst zwei Milliarden US-Dollar ihrer Gasschulden begleicht. Sonst will der russische Monopolist Gazprom von kommender Woche an nur noch gegen Vorkasse liefern. Das könnte wie 2009 zu Engpässen in der Europäischen Union führen. Denn die Ukraine ist das wichtigste Transitland für Gaslieferungen in die EU.

Deutschland ist gewappnet

In Deutschland gibt es 51 Gasspeicher mit einer Kapazität von etwa 23 Milliarden Kubikmeter - dies entspricht nach Angaben des Branchenverbands BDEW rechnerisch mehr als einem Viertel des deutschen Jahresbedarfs an Gas. Die Bundesrepublik verfügt damit über die weltweit viertgrößten Speichermöglichkeiten. In den 28 EU-Mitgliedsstaaten sind die Speicher derzeit im Schnitt zu knapp 59 Prozent gefüllt. Die Bundesregierung betont, es gebe "derzeit keinerlei Anhaltspunkte für Liefereinschränkungen". Das gelte für Gas ebenso wie für Rohöl- und Produktlieferungen.

Die Gazprom-Aktie reagiert auf den Konflikt mit einem deutlichen Rücksetzter. Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild nun eingetrübt. Entscheidend für den weiteren Verlauf ist, dass die Unterstützung bei 6 Euro halten wird. Dort verläuft neben einer horizontalen Auffanglinie auch die 200-Tage-Linie. Sollte diese Marke nachhaltig unterschritten werden, müssen sich Anleger auf einen Rücksetzer auf 4,53 Euro einstellen.

Chance für mutige Anleger

Die Aktie von Gazprom ist enorm günstig bewertet. Ein Neueinstieg bietet sich allerdings nur für mutige Anleger an. Der Stoppkurs sollte für das deutsche Wertpapier bei 4,40 Euro platziert werden. Sollte sich die Lage rund um die Ukraine bessern, sind langfristig Kurse von 7,50 Euro durchaus realistisch.

(Mit Material von dpa-AFX)