Der DAX dürfte aktuell mit einem Minus von 0,3 Prozent in den Handel starten. Bereits gestern hatte der Leitindex Federn gelassen. Wieder anziehende Ölpreise und steigende Anleiherenditen drückten ihn um 0,7 Prozent auf 25.411 Punkte. Überraschend starke Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone und den USA weckten Zinssorgen.
Heute blickt der Markt nach Washington. US-Präsident Donald Trump empfängt Chinas Staatschef Xi Jinping. Zum Auftakt des dreitägigen Staatsbesuchs hat Finanzminister Scott Bessent die Zollpause zwischen beiden Ländern um zwei Monate bis zum 10. Januar verlängert. Für die Autobauer zählt jedes Signal aus diesem Treffen. Taktgeber bleibt dennoch der Ölpreis: Brent war gestern um 3,9 Prozent auf 103 Dollar je Barrel gestiegen, weil die Gespräche am Rande der UN-Vollversammlung keine Fortschritte im Iran-Konflikt brachten.
Auf der Terminseite richtet sich der Blick um 10:00 Uhr auf das Ifo-Geschäftsklima für September. Volkswirte erwarten einen leichten Anstieg auf 89,0 Punkte nach 88,8 im August. Zeitgleich legen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Gemeinschaftsdiagnose vor, Schweden und Norwegen entscheiden über ihre Leitzinsen. In den USA folgen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Neubauverkäufe. Zahlen legen Verbio, Hennes & Mauritz und am Abend Costco vor. Zum Gipfel in Washington sagte Kyle Rodda, leitender Finanzmarktanalyst bei Capital.com, Marktteilnehmer suchten nach Zeichen der Kooperation beim Umgang mit den Risiken der Künstlichen Intelligenz.
Anleger dürften zudem weiter die Vortagesgewinner und -Verlierer im DAX im Blick haben: Gefragt waren gestern Rheinmetall mit einem Plus von 3,4 Prozent. Schlusslicht war Scout24 mit minus 5,2 Prozent nach Gewinnmitnahmen. Allianz verlor 4,0 Prozent auf 413 Euro. Durchwachsene Zahlen von JD Sports belasteten Adidas und Puma. Aus der zweiten Reihe fielen Siltronic um 7,0 Prozent auf 77,0 Euro, nachdem Wacker Chemie 2,2 Millionen Aktien platziert hatte, KWS Saat büßte nach schwachen Zahlen 9,0 Prozent ein.
Am Ölmarkt geht es im asiatischen Handel leicht zurück: Brent kostet 103 Dollar, 0,4 Prozent weniger als am Vorabend, WTI 92,0 Dollar. Gold litt gestern unter dem festeren Dollar und verlor 1,7 Prozent auf 4.282 Dollar je Feinunze. Der Euro notiert bei 1,14 Dollar. Für Bitcoin liegt bei Redaktionsschluss kein gesicherter Kurs vor.
An der Wall Street ging es gestern abwärts. Der Dow Jones verlor 0,7 Prozent auf 51.512 Punkte, der S&P 500 gab 0,8 Prozent auf 7.706 Punkte nach, der Nasdaq 100 fiel um 0,9 Prozent auf 30.470 Punkte, nachdem er am Dienstag noch ein Rekordhoch markiert hatte. Starke Konjunkturdaten und der Ölpreis nährten Spekulationen auf eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank. Die Rendite fünfjähriger US-Staatsanleihen stieg erstmals seit dem Jahr 2007 über die Marke von fünf Prozent.
In Asien zeigt sich am Morgen kein einheitliches Bild. Der Nikkei 225 zieht nach dreitägiger Feiertagspause um 1,6 Prozent auf 66.042 Punkte an, obwohl die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen mit 3,06 Prozent ein 30-Jahres-Hoch erreicht. Der Hang Seng und der Shanghai Composite geben jeweils 0,5 Prozent nach, in Seoul ruht der Handel feiertagsbedingt.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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