Allmählich nähert sich die Berichtssaison ihrem Ende. Mittlerweile haben nahezu alle großen und wichtigen Unternehmen ihre Ergebnisse für das letzte Quartal veröffentlicht. Am 26.8. folgen natürlich noch die für den gesamten Markt enorm wichtigen Zahlen und der Ausblick von Nvidia. Und auch in der kommenden Woche berichten Dow-Jones-Konzerne.
Am Donnerstag legt Walmart vor US-Börsenstart die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 vor. Wer wissen will, wie es dem US-Verbraucher wirklich geht, schaut hierhin – nicht auf Stimmungsumfragen. Der Grund ist die schiere Reichweite. Im Geschäftsjahr 2026 kam der Konzern auf über 700 Milliarden US-Dollar Umsatz, rund 10.900 Filialen und etwa 280 Millionen Kundenkontakte pro Woche. Kein zweiter Datensatz misst den US-Konsum so fein. Entscheidend sind der flächenbereinigte Umsatz und die Werbeerlöse.
Am Donnerstag berichtet darüber hinaus Deere über das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Der Analystencall beginnt um 16:00 Uhr. Landmaschinen stecken im Abschwung. Schwache Agrarpreise drücken die Investitionsbereitschaft der Farmer, und die Restwerte gebrauchter Maschinen sind der ehrlichste Frühindikator der Branche: Fallen sie weiter, verschiebt der Landwirt den Neukauf. Deere ist damit ein Thermometer für die ganze Agrarkette, von Saatgut bis Dünger.
Am Dienstag vor US-Handelsbeginn eröffnet Home Depot die Einzelhandelswoche mit den Zahlen zum zweiten Quartal. Der Baumarkt ist ein Zinsindikator in Aktienform. Hohe Hypothekenzinsen halten die Amerikaner in ihren Häusern und lassen sie große Umbauten verschieben; gekauft werden Farbe und Kleinteile statt neuer Küchen. Deshalb zählen weniger der Umsatz als der durchschnittliche Bon und die Aussagen zu Großprojekten. Der Wohnungsmarktindex am Montagnachmittag liefert die Vorlage dazu.
Spannend wird es außerdem auch am Mittwoch um 20:00 Uhr: Denn dann veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer Sitzung vom 29. Juli. Es ist der wichtigste Makro-Termin kommenden der Woche. Die Spanne blieb bei 3,50 bis 3,75 Prozent, zum fünften Mal in Folge. Bemerkenswert ist aber das Stimmbild: Die Regionalpräsidenten Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan votierten für eine Anhebung um 25 Basispunkte – der stärkste Dissens seit September 2016. Das Protokoll zeigt, ob es bei drei Abweichlern bleibt oder ob weitere Mitglieder eine Straffung erwägen.
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