AKTIONÄR-Depot: Erste Käufe!
16.02.2016 Nikolas Kessler

E.on-Aktie größter Verlierer – wie gewonnen, so zerronnen

-%
DAX
Trendthema

Die Achterbahnfahrt bei der E.on-Aktie geht weiter: Nach dem Kurssprung vom Vortag wird die Aktie am Dienstag bis ans DAX-Ende durchgereicht.

Die Hoffnung auf eine Beteiligung der Steuerzahler am milliardenschweren Atomausstieg hat die Aktien der Versorger am Montag deutlich steigen lassen. Zwar ist das von den Konzernen präferierte Stiftungsmodell vom Tisch, die Aussicht auf ein Ende der Hängepartie bei der Finanzierung der Atom-Altlasten und die Hoffnung auf Entlastung durch die Politik hatte die E.on-Aktie dennoch deutlich über die 9-Euro-Marke befördert.

Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß, denn gut die Hälfte der Vortagesgewinne musste der DAX-Titel bereits wieder abgeben. Damit setzt die Aktie ihren Zick-Zack-Kurs der letzten Wochen und Monate fort. Denn seitdem der Kurs Ende Oktober auf den tiefsten Stand seit über 20 Jahren gefallen war, pendelt er recht volatil in einem Seitwärtskorridor zwischen acht und zehn Euro.

Verkaufsempfehlung bestätigt

Derweil hat das Analysehaus Kepler Cheuvreux die Einstufung für E.on auf "Reduce" mit einem Kursziel von acht Euro belassen. Der Markt dürfte die positive Einschätzung der deutschen Versorger-Aktien wegen möglicher Kostenentlastungen beim Atomausstieg nicht aufrechterhalten können, schrieb Analyst Ingo Becker. Anleger sollten die Papiere nach der jüngsten Rally verkaufen.

Die deutlichen Kursschwankungen zeigen: Die E.on-Papiere sind derzeit allenfalls etwas für Zocker. DER AKTIONÄR glaubt nicht an eine deutliche Entspannung der Lage und setzt mit einem Mini-Short (WKN: DG6Q9S) auf weiter fallende Kurse. Der Stoppkurs liegt bei 1,60 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

Autoren: Shiller, Robert J.
Seitenanzahl: 480
Erscheinungstermin: 16.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-666-0