Die Pharmabranche entwickelt sich derzeit gut. Insbesondere Johnson & Johnson zeigt sich einmal mehr besonders stark. Die Aktie hat die jüngste Konsolidierung abgeschlossen und nimmt nun wieder Kurs auf das Allzeithoch. Neben einer Übernahmeankündigung (DER AKTIONÄR berichtete: „Dividenden-Liebling Johnson & Johnson schlägt zu – die Details“) konnte das Unternehmen zuletzt auch mit positiven Studiennews aufwarten.
Johnson & Johnson hat auf dem Kongress der European Hematology Association 2026, der heute in Stockholm begonnen hat, neue Daten zu seinem Antikörper Imaavy (Nipocalimab) vorgestellt. In der Phase-2/3-Studie ENERGY erreichte das Präparat bei Patienten mit der seltenen warmen autoimmunhämolytischen Anämie (wAIHA) den primären Endpunkt. Die Krankheit, die jährlich etwa ein bis drei Menschen pro 100.000 Einwohner neu trifft, lässt Autoantikörper rote Blutkörperchen zerstören und löst dadurch gefährliche Anämien aus. Für diese Erkrankung existiert bislang keine von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene Standardtherapie.
An der placebo-kontrollierten Studie nahmen 115 Erwachsene teil. Unter der höheren Dosierung von 30 mg/kg erreichten rund dreimal so viele Patienten einen dauerhaft stabilen Hämoglobinwert wie in der Placebo-Gruppe. Bereits nach einer Woche zeigte sich ein Anstieg des Hämoglobins um durchschnittlich 1 g/dL, während unter Placebo keine Verbesserung beobachtet wurde. Bis Woche 24 erfüllten nahezu zwei Drittel der behandelten Patienten die definierten Zielwerte.
Darüber hinaus berichteten die Teilnehmer frühzeitig über eine nachlassende Müdigkeit. Gleichzeitig konnte die Dosis von Kortikosteroiden stärker reduziert werden als in der Vergleichsgruppe. Das Sicherheitsprofil entsprach den bisherigen Erfahrungen mit Imaavy, das bereits zur Behandlung der generalisierten Myasthenia gravis zugelassen ist. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten periphere Ödeme, Durchfall und Fieber.
Die Ergebnisse stützen den Zulassungsantrag für eine Ausweitung des Einsatzgebiets von Imaavy, der von der FDA im Priority-Review-Verfahren geprüft wird.
Auch darüber hinaus sorgt Johnson & Johnson für Schlagzeilen: Der Konzern übernimmt Firefly Bio für eine Milliarde Dollar, um seine Onkologie-Pipeline zu stärken. Zudem lieferte Nipocalimab positive Daten bei systemischem Lupus erythematodes. In einer Phase-3-Studie senkte Apalutamid das Risiko für Metastasen oder Tod bei Hochrisiko-Prostatakrebs um 20 Prozent.
Die Aktie von Johnson & Johnson hat nach der Konsolidierung seit Anfang März zuletzt wieder klar nach oben gedreht. Dabei gelang auch der Sprung über die 50-Tage-Linie. Die nächste wichtige Hürde ist das Allzeithoch, das Anfang März bei 251,71 Dollar markiert wurde. Anleger bleiben mit einem Stopp bei 170,00 Euro investiert. Zudem ist Johnson & Johnson ein verlässlicher Dividendenzahler. Aktuell beträgt die Rendite 2,3 Prozent.
Heute, 11:16