Die Stunde der Krypto‑Broker: Wie Bitpanda und Co sich neu erfinden

Die Stunde der Krypto‑Broker:  Wie Bitpanda und Co sich neu erfinden
Foto: Sora
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Philipp Schleu Heute, 14:30 Philipp Schleu

Erst vor wenigen Tagen kamen Gerüchte über einen möglichen Börsengang von Bitpanda auf. Jetzt legt das Wiener Fintech mit einer weiteren Schlagzeile nach. Wie mittlerweile auch Krypto-Broker wie Kraken und Coinbase erweitert auch die größte europäische Kryptobörse ihr Angebot um klassische Anlageprodukte und greift damit die etablierten Neobroker frontal an.

Stichtag ist der 29. Januar: Ab dann schaltet das Fintech den Zugang zu rund 10.000 Aktien und ETFs frei. Nutzer können dann Bitcoin und Apple-Aktien in einer App handeln – zu einer pauschalen Gebühr von nur einem Euro pro Trade. Entscheidend: Anleger erwerben echte Wertpapiere, keine abgeleiteten Token. Damit rückt Bitpanda einen Schritt näher an die großen Broker heran – und entfernt sich weiter von seiner reinen Krypto-Vergangenheit.

Coinbase (WKN: A2QP7J)

Über die Krypto-Nische hinaus

Für Co-Gründer und Chairman Eric Demuth ist dieser Schritt mehr als nur ein neues Produktangebot. „Wir haben Krypto massentauglich gemacht – jetzt machen wir die Finanzmärkte offen für alle“, erklärt er. Die Trennung zwischen digitalen Assets und klassischen Wertpapieren soll fallen. Bitpanda will die erste Plattform sein, die alle Anlageklassen nahtlos vereint – ein Ansatz, durch den traditionelle Broker zunehmend unter Druck geraten.

Der Wettlauf um die „Super-App“

Was Bitpanda vormacht, greift längst über Europa hinaus. Die Branche bewegt sich in Richtung einer sogenannten „Super-App“. Kraken bereitet für April den Start von über 11.000 US-Titeln vor, Coinbase baut seine Wallet zu einer „Everything App“ aus. Der Trend ist eindeutig: Die Grenzen zwischen Krypto- und Finanzwelt verschwimmen.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Für reine Krypto-Broker ist es durchaus schlau, den Schritt hin zu Aktien und ETFs zu gehen, da sie so Einnahmen außerhalb des volatilen Kryptomarkts erzielen können. Während Kraken und Bitpanda aktuell noch nicht an der Börse gelistet sind, ist Coinbase derzeit keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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Gerd Weger ist seit den 1980ern erfolgreich an den Märkten aktiv und vielen Börsianern als Kolumnist der €uro am Sonntag oder als Betreiber seines legendären „Millionen­depots“ bekannt. Im Jahr 2017 hat er seinen Fokus von Aktien auf Kryptowährungen verlagert und legt nun ein Standardwerk vor: Der Schwerpunkt liegt auf den Bewertungsfaktoren von Bitcoin und Co. Die im Ver­gleich zu Aktien völlig anderen Ansätze zur Fundamentalanalyse werden in dem Buch systematisch dargestellt. Wichtig sind auch die Überlegungen für eine Steueroptimierung. Für aufgeklärte Investoren und Trader ist all dies unerlässlich für einen nachhaltigen Anlageerfolg mit Kryptowährungen. 

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