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13.07.2018 DER AKTIONÄR

Deutsche Bank: Gute Zahlen von US-Banken helfen kaum

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Am Nachmittag haben gleich drei Großbanken aus den USA ihre Ergebnisse zum zweiten Quartal präsentiert. Sie sind noch besser als erwartet ausgefallen. Auch die Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank profitieren ein wenig. Das dürfte jedoch nur vorübergehend sein.

Zahlen von JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo

Die nach Marktkapitalisierung mit 364 Milliarden Dollar größte Bank der Welt, JP Morgan Chase, hat glänzend verdient. Im zweiten Quartal legte der Gewinn zwar nicht mehr so stark zu wie zum Jahresbeginn - mit einem Anstieg um 18 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar (7,1 Mrd Euro) fiel er aber höher aus, als Experten vorab erwartet hatten. In den ersten sechs Monaten verdiente JPMorgan nun 17 Milliarden Dollar und ist damit auf bestem Weg zu einem Rekordergebnis im laufenden Jahr. Analysten schätzen, dass JPMorgan auf gut 30 Milliarden Dollar (25 Milliarden Euro) kommt. Das wäre dann mehr als die aktuelle Marktkapitalisierung der Deutschen Bank (gut 20 Milliarden Euro).  

Auch die Citigroup hat Quartalszahlen vorgelegt und dabei die meisten Erwartungen übertroffen. Der Gewinn stieg von April bis Juni dank höherer Einnahmen und geringerer Steuern um 16 Prozent auf 4,5 Milliarden US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,63 Dollar. Zuvor befragte Analysten hatten lediglich mit 1,56 Dollar gerechnet.

Die US-Großbank Wells Fargo, ein wichtiger Posten bei Berkshire Hathaway von Warren Buffett, musste wegen Sonderkosten und geringerer Erlöse im zweiten Quartal jedoch Abstriche machen. Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Gewinn um fast zwölf Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4,5 Mrd. Euro). Analysten hatten deutlich bessere Zahlen erwartet, die Wells-Fargo-Aktie fällt um fast zwei Prozent.

US-Steuerreform hilft den Amerikanern

Die US-Banken profitieren im Großen und Ganzen weiter von guten Geschäften an den Finanzmärkten und einem glänzend laufenden Geschäft mit Privatkunden. Die Mischung aus geringen Steuern, dem Abbau der Bankenregulierung und steigenden Zinsen lässt die Geschäfte florieren. Auch der Rückzug der Deutschen Bank aus einigen Handelsgeschäften hilft den US-Banken.

Anders sieht es derweil in Deutschland aus. Die Citigroup hat ihre Kunden bereits vor einer weiterhin schlechten Ertragsdynamik und der schwachen Kapitalausstattung der Deutschen Bank gewarnt. Die Markterwartungen könnten weiter rückläufig sein. Die US-Bank hat die Einstufung für Deutsche Bank auf "Sell" belassen und ein neues Kursziel von 7,50 Euro genannt. Citigroup-Analyst Andrew Coombs schließt längerfristig auch eine weitere verwässernde Kapitalmaßnahme nicht aus.

Keine nachhaltige Erholung in Deutschland

Hinzu kommt, dass der Hedgefonds Capital Fund Management seine Leerverkaufsposition in Aktien der Deutschen Bank leicht aufgestockt hat. Der Druck von den Leerverkäufern ist in den vergangenen Monaten gewachsen.

Die Deutsche-Bank-Aktie rutscht heute zeitweise auf 9,46 Euro ab, hat sich aber nach den überwiegend positiven Zahlen von den US-Banken bis zum Nachmittag wieder erholt, ein Bullen-Schock blieb aus. Das Aufwärtspotenzial dürfte indes - auch bei der Commerzbank-Aktie - begrenzt bleiben. Folgerichtig bleibt auch DER AKTIONÄR weiterhin auf dem Beobachtungsposten und rät längerfristig orientierten Anlegern von einem Einstieg ab.

Hinweis: Dieser Update-Artikel erschien in anderer Form bereits heute Vormittag.

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