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15.02.2019 Nikolas Kessler

Deutsche Bank: Geldwäsche-Skandal beschäftigt jetzt die BaFin

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Deutsche Bank

Die Verstrickung der Deutschen Bank in den Geldwäscheskandal bei der Danske Bank hat weitere Konsequenzen: Der von der Finanzaufsicht BaFin eingesetzte Sonderbeauftragte soll nun auch die Beziehungen zu den Dänen unter die Lupe nehmen. Der Erholung der Aktie tut das am Freitag allerdings keinen Abbruch.

Wie die Behörde am Freitag mitteilte, werde das Mandat des von ihr im vergangenen Jahr eingesetzten Sonderbeauftragten bei dem Geldhaus ab sofort um die Untersuchung der Korrespondenzbank-Beziehungen mit der Danske Bank erweitert. Bislang hatte die Deutsche Bank intern selbst ermittelt.

Von Seiten der Bank heißt es, man halte die Ausweitung des Mandats grundsätzlich für sinnvoll. Bislang gebe es aber keine Hinweise auf ein Fehlverhalten seitens der Deutschen Bank.

Keiner Schuld bewusst

Im Zentrum des Geldwäsche-Skandals steht eine Filiale der Danke Bank in Estland, über die zwischen 2007 und 2015 verdächtige Gelder im Volumen von 200 Milliarden Euro geflossen sind. Nach bisherigem Ermittlungsstand soll ein Großteil davon über die Systeme der Deutschen Bank gelaufen sein, die damals als Korrespondenzbank des dänischen Instituts fungierte.

Die Deutsche Bank vertritt den Standpunkt, dass sie in der Rolle als Korrespondenzbank die Kunden der Danske Bank nicht so intensiv durchleuchten musste wie ihre eigenen. Man habe nichts falsch gemacht und daher bislang auch keine Rückstellungen für mögliche Strafen gebildet, hieß es zuletzt von Rechtsvorstand Karl von Rohr.

Seit September unter Beobachtung

In einem bislang einmaligen Fall hatte die BaFin im September einen Sonderbeauftragen bei der Deutschen Bank eingesetzt, der die von der Behörde angeordneten Maßnahmen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung überwachen soll. Nach wiederholten Verstößen steht das Institut im Verdacht, entsprechende Regelungen nicht konsequent genug umzusetzen. Die wiederholten Negativ-Schlagzeilen gipfelten zuletzt in einer zweitägigen Razzia im Zusammenhang mit den „Panama Papers“ und hinterließen auch in den Q4-Zahlen Spuren.

Dass die BaFin beider Deutsche Bank künftig noch genauer hinschauen wird, bringt die Anleger am Freitag nicht aus der Ruhe. Bis zum Nachmittag kann die Aktie ihren Vorsprung auf über vier Prozent ausbauen. Ein Einstieg drängt sich aus Sicht des AKTIONÄR aber nach wie vor nicht auf.