SpaceX geht an die Börse. Das größte IPO aller Zeiten. Das Welt-IPO. Elon Musk danach vielleicht der erste Billionär. Meine Gedanken zu einem Meilenstein.
Wie die Zeit vergeht. Anno 1996 ging die Telekom an die Börse. Mission Manfred Krug: aus einem Volk von Sparbuchbesitzern eine Nation von Aktionären machen. Umgerechnet rund 14,50 Euro beim IPO im November 1996, danach All-Time-High bei knapp über 100. Absturz auf Kurse unter zehn Euro. Die aktuellen Notierungen um 28 Euro sind gegenüber dem Ausgabepreis eine runde Verdopplung. Mit Dividenden noch einmal so viel. In 30 Jahren ...
Nun haben wir 2026. SpaceX geht an die Börse. Es soll der größte Börsengang aller Zeiten werden – nach den zuletzt bekannt gewordenen Zahlen mit einer Bewertung von mehr als 1,7 Billionen Dollar. Anleger, die sich für SpaceX begeistern, die glauben an die Eroberung des Weltraums. Die haben die ersten Zeilen jeder Folge von „Raumschiff Enterprise“ im Ohr. So wie vor vielen Jahren Eisenbahngesellschaften Kontinente erschlossen, so will Elon Musk Mond und Mars besiedeln. In Sachen Storytelling geht nur sehr wenig über SpaceX.
Das wissen natürlich auch die Investmentbanken, die den Börsengang begleiten. Dementsprechend sportlich fällt die Bewertung aus. Der Ausgabepreis der SpaceX-Aktie ist auf einen festen Wert von 135 Dollar je Aktie angesetzt worden. Diese Emission, die ohne die sonst übliche Preisspanne auskam, bewertet das Unternehmen aus dem Stand mit rund 1,75 bis 1,77 Billionen Dollar. Also 1,75 Millionen Millionen Dollar ... Das Urteil im Markt ist geteilt. Anhänger von Elon Musk sehen in SpaceX die Kombination aus Monopol im Raketengeschäft, der globalen Skalierung des Satelliten-Internets via Starlink und Zukunftsmärkten wie Weltraumlogistik und KI-Infrastruktur. Viele traditionelle Analysten und große Ratinghäuser dagegen halten die Aktie für massiv überteuert. Trotz Milliardengewinnen im Kerngeschäft verbrannte der Konzern zuletzt stark steigende Summen im KI- und Starship-Segment. Ergebnis: 2025 ein Nettoverlust von fast fünf Milliarden Dollar. An dieser Front ist von Bewertungsblase und Euphorie die Rede. Zu viele Vorschusslorbeeren seien in der angepeilten Notierung bereits enthalten.
Was werde ich tun? Ich werde zeichnen. Bin ich euphorisch? Mitnichten. Ich glaube an Elon Musk. Und ich will einen Fuß in der Tür haben. Wenn ich es mir rational schönrechnen wollte, dann wie folgt: Geringe rund fünf Prozent (!) Free Float ergeben gerade einmal rund 85 Milliarden handelbare Marktkapitalisierung. Demgegenüber eine globale Nachfrage – ob aus rationalem Anlegertum oder glühender Verehrung ist in diesem Fall gleichgültig. SpaceX hat das Zeug zum Meme-Stock für Erwachsene. Ich halte es eher für wahrscheinlich als für möglich, dass die Aktie in einem halben Jahr deutlich tiefer steht. Langfristig glaube ich an Elon Musk. Meiner Meinung nach das größte Genie unserer Zeit, der größte Unternehmer unserer Zeit und jemand, der bewiesen hat, dass er seine Träume auch umsetzt. Vor diesem Hintergrund kann man auch einmal darüber hinwegsehen, dass auch die Bewertung eines Unternehmens, das Verluste schreibt, hier Galaxien erreicht, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Wie gesagt: Nur den Fuß in die Tür – dann sehen wir weiter.
Heute, 08:12