Rheinmetall liefert im zweiten Quartal starke Zahlen ab. Umsatz und Gewinn steigen massiv. Der Auftragsbestand erreicht historische Dimensionen. Die Aktie springt mit sieben Prozent Kursplus an die DAX-Spitze.
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall wächst im Rekordtempo. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich um rund 69 Prozent auf 3,289 Milliarden Euro. Damit löst das Management sein Versprechen von Anfang Juli ein. Damals stellte der Konzern ein Umsatzplus von mehr als 60 Prozent in Aussicht.
Operativer Gewinn verdoppelt
Die Skalierungseffekte treiben die Profitabilität. Das operative Ergebnis sprang im abgelaufenen Jahresviertel auf 562 Millionen Euro. Vor einem Jahr standen hier noch 276 Millionen Euro zu Buche. Damit schlägt Rheinmetall die Konsensschätzung der Analysten von 469,9 Millionen Euro um fast 20 Prozent.
Auftragsbuch über 80 Milliarden Euro
Die Sonderkonjunktur in der Verteidigungsbranche treibt den Auftragsbestand auf ein Rekordniveau. Der sogenannte "Rheinmetall Backlog" überschritt im zweiten Quartal die Marke von 80 Milliarden Euro. Darin sind verbindliche Aufträge und Rahmenverträge gebündelt.
Allein zwischen April und Juni verbuchte der Konzern Auftragseingänge (Nominations) von 11,371 Milliarden Euro. Zentrale Treiber waren ein Vertrag über Loitering-Munition mit der Bundeswehr sowie ein Auftragspaket mit Rumänien im Rahmen des EU-SAFE-Programms.
Cashflow unter Druck
Der Wachstumsdruck belastet den freien Barmittelzufluss (OFCF). Rheinmetall erwartet für das zweite Quartal einen deutlich negativen Cashflow. Der Konzern begründet dies mit verschobenen Kundenanzahlungen und dem gezielten Vorratsaufbau für die kommenden Quartale. Zudem binden die Vorbereitungen von Kapazitätsausweitungen sowie hohe Kundenforderungen zum Quartalsende viel Kapital. Am 6. August wird das Unternehmen den Halbjahresabschluss im Detail vorstellen.
Rheinmetall demonstriert seine Vormachtstellung im europäischen Rüstungssektor. Der massive Umsatzsprung und die Verdopplung des operativen Gewinns belegen: Der Konzern wandelt die Auftragsflut erfolgreich in bare Münze um. Der temporär negative Cashflow ist bei dieser Wachstumsgeschwindigkeit ein vertretbarer Nebeneffekt des Kapazitätsaufbaus.
Die Börse feiert die Zahlen. Die Aktie schießt zeitweise um sieben Prozent nach oben, erobert die DAX-Spitze und markiert ein neues Hoch seit Anfang Juli. Das Papier arbeitet daran, die Kurslücke von Ende Juni zu schließen. Das charttechnische Bild hellt sich auf. Anleger bleiben investiert und lassen die Gewinne laufen.
Heute, 15:02
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