06.05.2017 Jochen Kauper

DAX: "Gewinnwachstum ist wieder im Fokus"

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DAX
Trendthema

Rekordgewinne vieler DAX-Unternehmen sprechen auch auf aktuellem Bewertungsniveau für einen weiteren Kursaufschwung. Bis vor kurzem legte der deutsche Leitindex eine Verschnaufpause ein. Angesichts des vorangegangenen starken Anstiegs und der immer wieder angeführten politischen Unsicherheiten verwunderte das nicht – zumal die Gewinnentwicklung der DAX-Unternehmen mit den Kursen nicht mithalten konnte. Erst jüngst konnte der Leitindex nun wieder Fahrt aufnehmen und neue Höchststände erreichen. „Für die künftige Kursentwicklung wird nun zunehmend entscheidend sein, ob das Gewinnwachstum der DAX-Unternehmen hoch und robust genug ausfällt, um das Bewertungsniveau zu rechtfertigen. Schließlich rücken Investoren im Zuge aktuell wieder anziehender Kapitalmarktrenditen in den USA und später aller Voraussicht nach auch in der Eurozone zunehmend von der zuletzt gängigen Betrachtungsweise ab, der zufolge einer Bewertungs-Fantasie in einem Null- oder Negativzins-Umfeld keine Grenzen gesetzt sind. Stattdessen besinnen sie sich darauf, dass die Aktienkurse auf lange Sicht der betriebswirtschaftlichen Entwicklung der Unternehmen und also ihren Gewinnen folgen, während allzu hohe Bewertungen Kennzeichen einer Blase sind“, sagt Marcus Landau, Derivate-Experte bei der DZ Bank.

Moderate Kursgewinne 

Davon ist der deutsche Aktienmarkt noch weit entfernt. „Und wird es auch vorerst bleiben. Denn die Mehrheit der DAX-Unternehmen steht dieser Tage vor Rekordergebnissen und ist angesichts stabilerer globaler Konjunkturaussichten auch für die Zukunft gut gerüstet. Das sollte auch bei weiteren moderaten Kursgewinnen ein unverändert allenfalls leicht über dem langfristigen Durchschnitt liegendes Kurs-Gewinn-Verhältnis zum Jahresende zur Folge haben.

Anleger sollten der Rückbesinnung folgen und vor allem Aktien in den Blick nehmen, die neben einem soliden Gewinnwachstum auch eine attraktive Bewertung aufweisen. Überzeugend erscheint hier unter anderem beispielsweise Daimler. Nochmals stärkere Absatzzahlen der Kernmarke Mercedes Benz vor allem in China, aber auch in Europa und den USA im ersten Quartal lassen erwarten, dass der Stuttgarter Autobauer seine Absatz- und Umsatzziele für das laufende Jahr mindestens erreichen wird, sodass ein Kursanstieg vom Gewinnwachstum gedeckt ist.

Ebenfalls attraktiv aus Wachstums- wie Bewertungssicht erscheint SAP. Der Software-Anbieter profitiert vom starken Wachstum in den Bereichen Netzwerke, Cloud sowie dem Internet der Dinge. Da auch im laufenden Jahr keine größeren Akquisitionen vorgesehen sind, könnten mögliche Aktienrückkäufe den Kurs im zweiten Halbjahr zusätzlich beflügeln. Anleger, die von Kurssteigerungen der genannten Aktien überdurchschnittlich profitieren, sich aber gleichzeitig gegen kleinere Korrekturen in einem möglicherweise vorerst noch volatilen Umfeld wappnen möchten, können zu Discount-Call Optionsscheinen greifen. Die Papiere funktionieren ähnlich wie klassische Optionsscheine, liefern aber wegen des gewährten Rabatts auch dann einen Ertrag, wenn der Basiswert seitwärts läuft oder leicht verliert. Dafür ist der Maximalertrag über einen Cap begrenzt. Anleger können dabei zwischen etlichen Ausstattungsvarianten wählen, die ein vergleichsweise defensives Engagement mit großzügigerem Puffer bei begrenzter Ertragschance, aber auch ausgewogene und offensive Strategien ermöglichen“, lautet das Fazit von Marcus Landau.

Buchtipp: Kurzfriststrategien für Anleger

Bekannt wurde er mit Langfriststrategien. Doch in seinem neuen Buch widmet sich Börsenexperte Thomas Gebert nun Kurzfriststrategien: Wie bekommt man die kurzfristigen Bewegungen der Aktienkurse in den Griff? Der Schlüssel liegt einerseits in einer speziellen Deutung der Candlestick-Charts, mit denen sich relative Stimmungsextreme diagnostizieren lassen, und andererseits in einem bestimmten Rhythmus, in dem die Kurse schwingen. Die Kombination, auf den emotionalen Umschwung zu warten und ihn zum richtigen Zeitpunkt zu erkennen, macht es möglich, die unmittelbare Richtung des DAX einzuschätzen. Gebert erklärt zudem, wie er zu seiner überaus treffsicheren 2-Wochen-Prognose in seinem beliebten „GebertBrief“ kommt.

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