20.05.2020 Marion Schlegel

CTS Eventim bricht ein – Analyst warnt: „Besserung nicht in Sicht“

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CTS Eventim

Sorgen in puncto des Ausmaßes der Corona-Belastungen für den Tickethändler- und Eventveranstalter CTS Eventim haben dessen Aktien am Mittwoch belastet. Sie fielen nach der Vorlage von Zahlen für das erste Quartal zuletzt mehr als fünf Prozent auf 35,36 Euro und sind damit der zweitschwächste Wert des Tages im MDAX. Nur die Aktie von Fraport entwickelt sich am heutigen Mittwoch noch schlechter.

CTS Eventim (WKN: 547030)

Dem Unternehmen setzen die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Absagen von Großveranstaltungen zu. Dass der MDAX-Konzern derzeit keine solide Prognose geben kann, sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Ein Händler sagte zu den nun vorgelegten Zahlen, sie seien schlechter als erwartet. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank sprach gar von einem äußerst schwachen ersten Jahresviertel. Besserung sei angesichts der Rahmenbedingungen nicht in Sicht und der Rest des Jahres dürfte noch schlimmer werden, so der Experte. Er rät weiter zum Verkauf.

Der Umsatz des Konzerns sackte in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 35 Prozent auf 184,6 Millionen Euro ab. Der operative Gewinn (normalisiertes Ebitda) brach um etwa 76 Prozent auf 13,5 Millionen Euro ein. Die Ebitda-Marge schrumpfte von 20,2 auf 7,3 Prozent. Unterm Strich blieb ein Überschuss von 553.000 Euro nach 26,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor. 

Klaus-Peter Schulenberg, CEO von CTS Eventim, kommentierte: „Unser Start in das Jahr 2020 war sehr stark: Mit dem Erwerb der Mehrheitsanteile an der Gadget Entertainment AG und der wepromote Entertainment Group Switzerland AG, dem Vollzug unserer Mehrheitsübernahme an der Barracuda-Gruppe in Österreich sowie dem neuen Joint Venture mit dem bekannten US-Promoter Michael Cohl haben wir unser Live Entertainment Geschäft weiter international ausgebaut. Im März 2020 haben dann die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen behördlichen Maßnahmen die gesamte Live Entertainment-Branche und ihre Fans hart getroffen. Wir haben uns jedoch aktiv auf die neue Situation eingestellt und sofort mit internen Kosten- und Effizienzmaßnahmen konsequent darauf reagiert. Gleichzeitig profitieren wir von der guten Liquiditätsausstattung des Konzerns, um diese herausfordernde Situation auch über einen längeren Zeitraum zu bewältigen und danach sogar gestärkt aus dieser Phase hervorzugehen.“

Auch DER AKTIONÄR sieht CTS Eventim sehr stark aufgestellt. Wenn die Corona-Krise unter Kontrolle gebracht ist, dürfte das Unternehmen wieder ordentlich Gas geben können. Noch ist es allerdings nicht soweit. Deswegen ist Geduld gefragt. Aus charttechnischer Sicht wäre nun kurzfristig wichtig, dass die Unterstützung bei 35 Euro verteidigt werden kann. Die Eventim-Aktie ist auch Teil des neuen Recovery-Index, in dem 15 stark gebeutelte Aktien mit hohem Erholungspotenzial zusammengefasst sind. Morgan Stanley hat fünf Faktor-Long-Zertifikate und drei Mini-Futures aufgelegt hat. Mehr dazu finden Sie hier.

(Mit Material von dpa-AFX)