Nach Microsoft, Meta und Amazon greift offenbar auch die Google-Mutter Alphabet nach Atomstrom von Constellation Energy. Die Aktie legt zu – und die Spur führt direkt zu den Chipwerten.
Erst Microsoft, dann Meta und Amazon, jetzt Google: Der vierte Tech-Riese steht davor, sich Atomstrom von Constellation Energy zu sichern. Laut Bloomberg will die Google-Mutter Alphabet über mehrere Jahre eine Milliarde Dollar oder mehr zahlen, die Bekanntgabe könnte noch in dieser Woche folgen. Die Aktie schloss am Montag 3,93 Prozent höher bei 268 Dollar und legte nach dem Bericht nachbörslich weiter zu.
Constellation Energy: Vier Tech-Riesen, ein Lieferant
Am 30. September unterschrieb Amazon einen Vertrag über 20 Jahre und 690 Megawatt aus dem Kernkraftwerk Calvert Cliffs. Microsoft trägt seit 2024 den Neustart des früheren Reaktors Three Mile Island mit 835 Megawatt, der 2027 ans Netz gehen soll. Meta band sich 2025 für 20 Jahre an das Kernkraftwerk Clinton in Illinois. Bei Google fehlen genau diese Angaben: Weder Umfang noch Standort sind bekannt.
Die Milliarde klingt größer, als sie ist. Constellation setzte in den vergangenen zwölf Monaten 31,27 Milliarden Dollar um – auf Jahre verteilt bewegt der Vertrag die Erlöse kaum. Sein Wert liegt in der Planbarkeit: Langfristige Abnehmer machen Investitionen in alte Reaktoren erst kalkulierbar.
Chip Titans Index: Jedes Megawatt ist eine Chipbestellung
Niemand bindet sich für zwei Jahrzehnte an Atomstrom, um ihn nicht zu verbrauchen. Hinter den Verträgen stehen Rechenzentren, und dort liegt das eigentliche Geld: Nvidia-Chef Jensen Huang beziffert ein Gigawatt Rechenzentrumsleistung auf 50 bis 60 Milliarden Dollar, ein großer Teil davon fließt in Prozessoren, Speicher und Netzwerktechnik. Der Strom ist der kleine Posten, aber der knappe. Wer ihn sichert, hat die Chips dazu längst eingeplant.
Diese Kette bildet der AKTIONÄR Chip Titans Index ab: 20 Unternehmen – von Chipdesignern wie Nvidia, AMD und Broadcom über Speicheranbieter wie Micron und SK Hynix bis zu Ausrüstern wie ASML und Infrastrukturwerten wie Vertiv, das Stromversorgung und Kühlung liefert. Die Gegenseite: Strom ist auch die Bremse. Für den Microsoft-Reaktor nannte eine Analyse des Netzbetreibers PJM zeitweise 2031 statt 2027 als Anschlusstermin. Verzögern sich Netzanschlüsse, verschieben sich Bestellungen.
Die Google-Milliarde ist kein Umsatzsprung, sondern ein Beleg: Wer Strom für Jahrzehnte bindet, bestellt auch die Chips dazu. DER AKTIONÄR bleibt bullish für die Tech-Werte in den USA. Wer die gesamte Kette statt eines einzelnen Versorgers abbilden will, findet sie im AKTIONÄR Chip Titans Index mit 20 Unternehmen, investierbar über ein Index-Zertifikat (WKN DA0ACC).
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