Am morgigen Freitag wird es spannend für Aktionäre der Commerzbank, denn das freiwillige Übernahmeangebot der UniCredit ist bereits am Dienstag abgelaufen. Dann müssen die Italiener offenlegen, wie viele Anteile ihnen im Rahmen der Offerte bisher angedient wurden und ob sie eine Verlängerung des Angebots anstreben.
Das Wichtigste kurz und knapp
• Das Übernahmeangebot der UniCredit für die Commerzbank läuft am Freitag aus, anschließend könnten neue Angaben und eine mögliche Verlängerung folgen.
• Bisher wurden 12,41 Prozent der Aktien angedient; zusammen mit bereits gehaltenen Anteilen könnte UniCredit auf 42,4 Prozent kommen.
• Besonders wichtig ist die Frage, ob die EZB UniCredit als kontrollierenden Akteur einstuft und welche Folgen das für die Kapitalquote hätte.
Am Dienstag berichtete die UniCredit zuletzt darüber, wie viele Aktien sie im Rahmen der derzeit laufenden Offerte einsammeln konnte. Der Wert liegt bei 12,41 Prozent. Das Endergebnis wird aber erst morgigen Freitag veröffentlicht.
Mit der Annahmequote von 12,41 Prozent würde die UniCredit mit den zuvor bereits im Besitz befindlichen 26,77 Prozent 42,4 Prozent an Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus halten. Darin enthalten sind auch 3,22 Prozent an aktienbasierten Derivaten. Zudem hat die UniCredit noch in bar abgewickelte Derivate, die sich auf weitere 13,19 Prozent der Commerzbank-Aktien beziehen, aus denen sich aber unmittelbar kein Zugriff auf Aktien ableiten lässt.
Die Frage ist nun, wie CEO Andrea Orcel weiter vorgeht. Die offizielle Kommunikation ist weiter die, dass man nur über die Schwelle von 30 Prozent bei der Beteiligung kommen wollte. Damit wurde ein Pflichtangebot umgangen, was die UniCredit deutlich teurer gekommen wäre als die nun freiwillige Offerte. Danach wollen die Italiener weiter Aktien am Markt zukaufen, das ist aber nicht vor dem dritten Quartal zu erwarten, denn eine Genehmigung der EZB als Bankenaufsicht ist erforderlich.
Derzeit scheinen die Mailänder alle Trümpfe in der Hand zu halten. Allerdings gibt es auch ein Szenario, das das Team um Orcel auf jeden Fall vermeiden will: von der EZB bei einem Anteil von unter 50 Prozent als kontrollierender Akteur eingestuft zu werden. Denn das hätte empfindliche Konsequenzen für die Eigenkapitalquote. Das harte Kernkapital würde im Falle einer erzwungenen Vollkonsolidierung um 280 Basispunkte sinken. Bei einer Mehrheitsbeteiligung wären es nur 200 Basispunkte.
Es bleibt weiterhin hochspannend, wie weit die UniCredit bisher gekommen ist. Eine Verlängerung des Angebots bis zum 3. Juli ist denkbar. Die gestrige Kursentwicklung mit einem satten Plus zeigt, dass es sich für Anleger ausgezahlt hat, bei der Commerzbank an Bord zu bleiben. Das gilt auch weiterhin.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
FAQs zur Commerzbank
Was macht die Commerzbank?
Die Commerzbank ist eine der führenden Banken in Deutschland. Sie betreut Privatkunden, Firmenkunden und institutionelle Investoren. Nach der Deutschen Bank ist die Commerzbank die zweitgrößte börsengelistete Bank Deutschlands.
Ist die Commerzbank-Aktie im DAX gelistet?
Ja, die Commerzbank-Aktie ist im DAX gelistet und zählt damit zu den wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.
Zahlt die Commerzbank eine Dividende?
Ja, die Commerzbank zahlt grundsätzlich eine Dividende. Die Höhe hängt von der Geschäftsentwicklung, der Kapitalausstattung und den Beschlüssen von Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung ab. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach kräftig erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurden 1,10 Euro je Aktie gezahlt.
Heute, 11:08