Die Krypto-Börse Coinbase hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten verfehlt. Trotz eines neuen Rekords beim Marktanteil machten eine schwache Handelsaktivität und eine geringe Volatilität dem US-Unternehmen einen Strich durch die Rechnung. Die Aktie reagierte prompt.
Coinbase verbuchte im abgelaufenen Quartal einen Nettumsatz von rund 1,2 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Deutlich düsterer sieht es beim Ergebnis aus: Unter dem Strich stand ein Verlust nach GAAP von 359 Millionen Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Minus von etwa 122 Millionen Dollar gerechnet. Auch beim bereinigten EBITDA blieb das Unternehmen hinter den Konsensschätzungen zurück.
Flaute am Krypto-Markt belastet
Der Grund für den Dämpfer: Das Handelsvolumen mit Digitalwährungen schwächelte weltweit. Die gesamten Spot-Handelsvolumina am Krypto-Markt brachen im Vergleich zum Vorquartal um 25 Prozent ein. Auch die Schwankungsbreite der Kurse war ungewöhnlich gering. Das drückt auf das hochprofitable Kerngeschäft von Coinbase.
Die Transaktionseinnahmen lagen mit 599 Millionen Dollar spürbar unter den erwarteten 636 Millionen Dollar. Währenddessen verfehlte auch die Sparte für Abonnements und Dienstleistungen mit 555 Millionen Dollar die Prognose von 590 Millionen Dollar. Entsprechend enttäuscht reagierten die Anleger im nachbörslichen Handel. Die Coinbase-Aktie verlor mehr als fünf Prozent an Wert.
Ein größerer Anteil vom kleineren Kuchen
Trotz der schwachen Finanzzahlen gab es im operativen Geschäft einen Lichtblick. Coinbase konnte sich ein größeres Stück vom schrumpfenden Kuchen sichern. Der weltweite Marktanteil am Handelsvolumen stieg auf den Rekordwert von 10,3 Prozent, nach 9,1 Prozent im ersten Quartal.
Um sich von den stark schwankenden Handelsgebühren unabhängiger zu machen, treibt das Management den Umbau zur Allround-Plattform voran. Coinbase expandiert dafür gezielt in die Bereiche Derivate, Prognosemärkte, tokenisierte Vermögenswerte und den Zahlungsverkehr.
Coinbase steckt in einer Zwickmühle. Operativ läuft es durch den steigenden Marktanteil zwar rund, doch finanziell bleibt das Unternehmen extrem abhängig von der Stimmung am Krypto-Markt. Solange die Privatanleger pausieren und die Volatilität ausbleibt, greift auch der strategische Umbau noch nicht tief genug. Ein Einstieg drängt sich daher derzeit nicht auf.
Heute, 09:23
Bei Google bevorzugen