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29.10.2020 Michael Schröder

Cancom nach dem Absturz: Analysten kommen zu klarem Urteil

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Cancom

Die Cancom-Aktie hat nach der Vorlage der Q3-Zahlen und einer überarbeiteten Jahresprognose gestern im schwachen Marktumfeld ihre Talfahrt beschleunigt. Heute kann sich der Kurs stabilisieren. Mittlerweile haben einige Analysten ihre Einschätzung veröffentlicht. Das Fazit fällt bei allen Experten nahezu identisch aus.

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Cancom hat nach einem gemischt ausgefallenen Quartal wegen der Covid-19-Pandemie seinen Gewinnausblick zusammengestrichen. Der Umsatz soll im Vergleich zum Vorjahr zwar deutlich steigen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll allerdings "sehr deutlich" zurückgehen.

Analysten haben im Anschluss ihre umsatz- und Gewinnschätzungen überarbeitet und die Kursziele gesenkt. Unterm Strich sehen die Experten aber durch die Bank einiges an Erholungspotenzial für die Aktie.

Die DZ Bank hat den fairen Wert für die Aktie von 65 auf 48 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Kaufen" belassen. Der bereits seit Jahresbeginn festzustellende Margendruck halte an, so Analyst Armin Kremser. Zurückzuführen sei dies auf einen höheren Umsatzanteil der Aktivitäten mit niedrigeren Margen. Wegen steigender Risiken setzte Kremser nun bei der Bewertung der Aktien des IT-Dienstleisters höhere Kapitalkosten an.

Warburg Research hat das Kursziel von 63 auf 46 Euro gesenkt, die Einstufung ebenfalls auf "Buy" belassen. Die gut nachgefragten IT-Angebote für Heimarbeit gingen mit niedrigeren Margen einher, so Analyst Andreas Wolf. Sie habe zudem eine Unterauslastung der Mitarbeiter im IT-Service zur Folge.

Bei Berenberg („Buy“) lautet das neue Kursziel 50 Euro (bisher: 56 Euro). Die vorläufigen Zahlen hätten den Erwartungen entsprochen, so Analyst Gustav Froberg. Der schwache Ausblick auf das vierte Quartal sei der Coronakrise zu verdanken.

Kepler Cheuvreux sieht Licht am Ende des Tunnels. Im dritten Quartal hätten sich die Margen nach einem schwachen ersten Halbjahr deutlich erholt, so Analyst Martin Jungfleisch. Dennoch hätten sie leicht unter seinen Schätzungen gelegen. Jungfleisch sieht die Aktie weiterhin bei 52 Euro fair bewertet.

Cancom (WKN: 541910)

Die rasche Erholung der Aktie nach dem Corona-Crash fand Anfang Juni ihr Ende bei gut 59 Euro, seitdem geht es bergab. Gut möglich, dass der gestrige Kursrutsch der vorläufige Höhepunkt der Talfahrt gewesen ist. Geht es nach den Analysten, dürfte die Aktie nach einer Stabilisierung bald eine Gegenbewegung starten. Ein halbwegs normales Marktumfeld vorausgesetzt, schließt sich DER AKTIONÄR dieser Einschätzung an. Anleger können daher einen ersten Fuß in die Tür stellen. Ein Stopp bei 30 Euro sichert ab.

(Mit Material von dpa-AFX)