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13.08.2021 Fabian Strebin

Brutaler Absturz bei Aareal Bank: Reichen 7 Prozent Rendite nicht?

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Aareal Bank

Die Aareal Bank hat gestern ihre endgültigen Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorgelegt. Große Überraschungen gab es dabei allerdings nicht mehr, die erwartete Zusatzdividende im Herbst bewegt sich ebenfalls im Rahmen. Die Titel kamen auch deshalb stark unter die Räder, obwohl einige Analysten den Daumen hoben. DER AKTIONÄR erklärt, was Anleger in dieser komplexen Situation tun sollten.

Bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal hat der Immobilienfinanzierer seine Prognose für das Konzernbetriebsergebnis bestätigt. Für 2021 werden demnach 100 bis 175 Millionen Euro erwartet. Im Q2 stieg der Gewinn auf 41 Millionen Euro und somit deutlich (Q2/20: 32 Millionen), was auch am höchsten Zinsüberschuss seit vier Jahren hing. Die Erträge legten ebenfalls zu.

Zusätrzliche 1,10 Euro je Aktie Dividende

Positiv fiel zudem auf, dass das Neugeschäft wieder merklich anzieht. Allerdings hatte Anlegern schon die Bekanntgabe eines belastenden Steuereffektes Anfang des Monats nicht geschmeckt. Beim Konzernbetriebsergebnis gab es nun keine Überraschung und die für den Herbst schon länger geplante zusätzliche Ausschüttung liegt wie kommuniziert bei 1,10 Euro je Aktie. Darüber soll eine außerordentliche Hauptversammlung abstimmen.

Erkennt der Markt das Potenzial nicht?

Dennoch waren mehrere Analysten positiv angetan vom Zahlenwerk, was sich in den neuesten Einschätzungen widerspiegelt. So hat die Investmentbank Warburg Research die Einstufung für die Aktien der Aareal Bank auf "Buy" mit einem Kursziel von 27,50 Euro belassen. Operative Fortschritte ließen die Jahresziele des Immobilienfinanzierers wahrscheinlicher werden, schrieb Analyst Andreas Pläsier. Die DZ Bank hat den fairen Wert von 23 auf 24 Euro angehoben und die Einstufung ebenfalls auf "Kaufen" belassen. Die hohe Unsicherheit bei Gewerbeimmobilien aufgrund der Corona-Pandemie habe zu einer niedrigen Bewertung des Immobilienfinanzierers geführt, so Analyst Thorsten Wenzel. Allerdings seien eine mögliche Erholung, die Stärke der IT-Tochter Aareon und die hohen Dividenden nicht im aktuellen Kurs berücksichtigt.

Überschusskapital ist immer noch vorhanden

DER AKTIONÄR hält den Abverkauf ebenfalls für übertrieben, zumal sich die im laufenden Jahr gezahlten Ausschüttungen mit den 1,10 Euro im Herbst auf eine Rendite von mehr als sieben Prozent zum aktuellen Kurs belaufen dürften. Die Kapitalausstattung ist mit einer harten Kernkapitalquote von 17,2 Prozent immer noch sehr hoch. Trotz bestehender Risiken für notleidende Kredite bleibt also noch Raum für Übernahmen und weitere Ausschüttungen an die Aktionäre.

Aareal Bank (WKN: 540811)

Die Papiere gingen gestern mit mehr als drei Prozent Minus aus dem Handel, die wichtige 200-Tage-Linie bei 20,78 Euro konnte aber verteidigt werden. Prallt der Kurs in den kommenden Tagen an der Unterstützung ab, können noch nicht investierte Dividendenjäger zugreifen. Wer schon dabei ist, beachtet den Stopp bei 17,50 Euro.

Mit Material von dpa-AFX.