20.12.2018 Matthias J. Kapfer

BMW und Daimler: Zusammen in die Zukunft

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Trendthema

Die großen deutschen Autobauer wollen in Zukunft noch deutlicher zusammenarbeiten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg prüfen die Hersteller BMW und Daimler mögliche Kooperationen in der Oberklasse. Insidern zufolge seien die Verhandlungen aber noch in einer frühen Phase – dennoch verdeutlichen die Gerüchte den Ernst der Lage.

Teamwork in Zukunftsbereichen

Aus den Rivalen BMW und Daimler werden Teamplayer. In verschiedenen Bereichen will man in München und Stuttgart laut Bloomberg-Informationen in Form eines Joint-Ventures zusammenarbeiten. Fahrzeugkomponenten, Batteriezellen sowie Technologien für autonomes Fahren stehen laut Insidern im Fokus der möglichen Teamarbeit.

Die Maßnahmen der Autohersteller zeigen, unter welchem enormen Druck die Konzerne stehen. Handelsstreitigkeiten, WLTP-Abgastests, CO2-Richtlinen und die immer noch im Rampenlicht stehende Dieselaffäre schlagen den großen Herstellern auf den Magen.

Kooperationen sind durchaus gängige Mittel um Kostensenkungen möglich zu machen. Bereits im Einkauf von Fahrzeugkomponenten arbeiten BMW und Daimler gemeinschaftlich mit VW zusammen.

Grünes Licht aus Amerika

Unterdessen erreichen BMW und Daimler positive Nachrichten aus Übersee. Wie die Konzerne am Mittwoch mitteilten, gibt die US-Wettbewerbsbehörde grünes Licht für die Fusion der beiden Carsharing-Töchter DriveNow (BMW) und Car2Go (Daimler) sowie zahlreicher Mobilitätsdienste.

Zuvor hatten die Amerikaner einem recht schnellen Abschluss der Transaktionnoch vor Jahresende einen Strich durch die Rechnung gemacht. Letztendlich wird die Fusion für Ende Januar 2019 erwartet, so die Autobauer.

Tiefstände im Blick

Nachdem die Äußerungen des Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch für weitere Kursverluste an den US-Börsen geführt haben, steht der DAX ebenfalls auf der Abschussliste. Bei den beiden Autobauern BMW und Daimler geraten in Folge dessen die letzten Tiefstände ins Visier.

Die BMW-Aktie geriet zuletzt im Oktober gehörig unter Druck und markierte ein Jahrestief bei 69,64 Euro. Die nächste Unterstützung wartet erst beim 5-Jahres-Tief vom Juni 2016 bei 63,38 Euro. Bei Daimler sieht es ebenfalls gar nicht gut aus. Die Daimler-Aktie markierte in diesem November ein neues 5-Jahres-Tief bei 45,07 Euro. Fällt der Kurs unter diese Marke, warten Unterstützungen erst bei Kursen aus dem Jahr 2013 – in einer Range von 38,00 bis 44,00 Euro.

Für beide Auto-Aktien drängt sich ein Kauf derzeit nicht auf. Anleger verharren an der Seitenlinie.