19.07.2019 Jochen Kauper

Bitcoin: "Die Party geht weiter"

-%
Bitcoin
Trendthema

Miner haben nichts zu lachen. Ab Mai nächsten Jahres werden sie nur noch die Hälfte für ihre Mining-Dienste bekommen. Das sogenannte Halving gab es bereits zweimal, mit jeweils positiven Kurssprüngen Monate vor und nach dem eigentlichen Halving-Ereignis. Der Bitcoin sollte davon profitieren und weiter klettern.

Was bedeutet Halving?

Miner stellen im Blockchain-Netzwerk ihre Rechenleistung zur Verfügung und erhalten dafür eine Belohnung in Form von Bitcoins. "Die Höhe der Belohnung bleibt jedoch nicht konstant. Sie wird nach dem Erreichen einer bestimmten Anzahl von Bitcoin-Blöcken halbiert. Das Bitcoin-Netzwerk folgt also einem linearen Schema. Das Halving findet jeweils nach 210.000 Blöcken statt. Mit der aktuellen Mining-Geschwindigkeit von zehn Minuten pro Block werden für 210.000 Blöcke in etwa vier Jahre benötigt. Im Jahr 2008 erhielten die Miner noch pro geschürften Bitcoin-Block eine Belohnung von 50 Bitcoins. Diese Entlohnung wurde vier Jahre später (2012) auf 25 Bitcoins, und 2016 dann auf 12,5 Bitcoins reduziert. Voraussichtlich ab Mai 2020 werden es dann nur noch 6,25 Bitcoin pro Block sein", sagt Salah Bouhmidi von IG Markets.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Belohnung sinkt – Bitcoin steigt?

Blickt man auf die zwei historischen Bitcoin-Halvings zurück so fällt auf, dass es im Vorfeld der beiden vorherigen Halving-Ereignisse jeweils circa ein Jahr zuvor zu langfristigen Rallys im Bitcoin Kurs kam. "Gefolgt von Korrekturen und anschließenden neuen Allzeithochs. Es konnte des Weiteren beobachtet werden, dass der Markt die Kursentwicklung in der Vergangenheit bereits früh eingepreist hat. Das Halving könnte daher auch als ein technisch bedingter Kurstreiber angesehen werden. Das Verhalten könnte sich dieses Jahr wiederholen. Der seit April anhaltende Aufwärtstrend, könnte ein Indiz hierfür sein. Der BTC/USD stieg seit April um knapp 200 %. Die Halbierung führt relativ gesehen, zu steigenden Kosten bei Minern sowie zu einer Verlangsamung des Schürfwachstums. Dies hat wiederum zur Folge, dass die Eintrittshürden im Bitcoin-Mining größer werden und die Marktkonzentration steigt. Ein zukünftig geschürfter Bitcoin wird somit relativ gesehen kostenintensiver und weniger ertragsreich. Die Folge könnte eine Verknappung des Angebots und damit steigende Preise sein. Dieses Verhalten war bereits in den zwei vorangegangenen Halving-Ereignissen zu beobachten. Etwa ein Jahr nach dem ersten Halving erreichte der BTC/USD im Dezember 2013, erstmals die psychologische Marke von 1000 US-Dollar. Nur 18 Monaten nach dem zweiten Halving erreichte der Bitcoin sein Allzeithoch im Dezember 2017 bei knapp 20.000 USD. Für langfristige Anleger könnte das nächste Halving somit nachhaltige und positive Impulse liefern", lautet das Fazit von Salah Bouhmidi von IG Markets.