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11.01.2021 Michel Doepke

BioNTech-Partner Dermapharm: "Wir können die Produktionskapazitäten erhöhen" – CEO im AKTIONÄR-Interview

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Dermapharm

Im September sind BioNTech und die Dermapharm Holding eine Kooperations- und Liefervereinbarung für den Corona-Impfstoff der Mainzer eingegangen. Die Schreie nach mehr Impfstoff werden immer lauter. DER AKTIONÄR hat mit Dr. Hans-Georg Feldmeier, CEO von Dermapharm, über die Debatte und der Zusammenarbeit mit BioNTech gesprochen.

Dr. Hans-Georg Feldmeier ist CEO der Dermapharm Holding.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Feldmeier, die Dermapharm Holding hat im September eine Kooperations- und Liefervereinbarung mit BioNTech geschlossen. Verläuft die Zusammenarbeit nach Plan?

Dr. Hans-Georg Feldmeier: Lassen Sie mich zwei wichtige Thesen sagen, die zu Ihrer Frage überleiten. Die gegenwärtige Impfstoff-Diskussion finde ich grundsätzlich nicht besonders zielführend. Es ist fantastisch, dass wir in einer unvorstellbaren Zeit mehrere Corona-Impfstoffe zur Verfügung haben. Wer hätte das für möglich gehalten. Darüber hinaus ist es fantastisch, dass es unmittelbar mit der Zulassungserteilung eines neuen Impfstoffes bereits Impfdosen gibt, die in einer vergleichsweise großen Menge zur Verfügung stehen.

Es wurde bereits vor dem Zulassungsantrag in Brehna produziert, genauer genommen seit Anfang Oktober. Und auch hier hat die Dermapharm-Gruppe das Bestmöglichste getan. Pünktlich und wie vereinbart haben wir die Chargen an BioNTech geliefert

Besteht die Möglichkeit, die Kooperation mit BioNTech zu erweitern?

Ja, wir können die Produktionskapazitäten erhöhen und sind proaktiv unterwegs. Vor Weihnachten sind wir auf BioNTech zugegangen und haben angeboten, unsere Produktionskapazitäten in den nächsten Wochen zu verdoppeln. Aktuell sind wir dabei, die notwendigen Ausgangsmaterialien zu beschaffen, um schnellstmöglich dieses Mehr an Produktion auch bewerkstelligen zu können. Wir sind aktuell in Verhandlungen mit BioNTech, unser neues Werk von Allergopharma ebenfalls auf diese Impfstoff-Produktion auszurüsten. Wir werden hier Kapazitäten aufbauen, die bedeutend höher sind als die, die wir derzeit in Brehna haben.

Wir haben entsprechende Investitionsentscheidungen bei der Allergopharma getroffen, rekrutieren erstes Personal, schulen Mitarbeiter der Allergopharma bei unserer Tochtergesellschaft mibe GmbH, um schnellstmöglich mit der Impfstoffproduktion beginnen zu können. Allerdings dauert das noch ein paar Wochen.

"Wir sind aktuell in Verhandlungen mit BioNTech, unser neues Werk von Allergopharma ebenfalls auf diese Impfstoff-Produktion auszurüsten."

Dr. Hans-Georg Feldmeier, CEO der Dermapharm Holding

Hat die Bundesregierung die sichere Verteilung des Impfstoffes unterschätzt?

Ich glaube nicht, dass es unterschätzt wurde. Ich bin ein Vertreter der Meinung, dass wir gerade in dieser Zeit alle zusammenhalten und vorsichtig sein sollten mit Schuldzuweisungen. Es bringt uns nicht weiter. Ich glaube, dass die Bundesregierung sehr verantwortungsbewusst alle Entscheidungen und Vorbereitungen getroffen hat. Es ist total richtig, dass die Beschaffung des Impfstoffes auf europäischer Ebene erfolgt und es keine nationalen Alleingänge gibt. Schließlich ist es ein pandemisches und globales Problem.

Dass es in Landkreisen in der Startphase zu Problemen kommt, passiert. Es gibt aber genügend Landkreise und Städte, wo die Verteilung und Impfung hervorragend funktioniert. Wissen Sie, ich glaube, wir sind oftmals mit der Bundesregierung und der Politik oft kritischer als mit uns selbst. Herr Doepke, seien wir doch bei einigen Dingen etwas nachsichtig und vielleicht eher froh und gemeinsam stolz, was schon erreicht wurde.

Dermapharm (WKN: A2GS5D)

Wie wird sich die Pandemie in den kommenden Monaten Ihrer Meinung nach verhalten?

Ich bin kein Epidemiologe, ich bin Apotheker, der versucht, ein Unternehmen so gut wie möglich in der Pandemie zu führen. Ich wünsche mir, dass wir bis zum Sommer eine möglichst große Anzahl an Menschen auf der Welt geimpft haben. Ich wünsche mir, dass wir global 2021 die viel zitierte Herdenimmunität erreichen und das Virus möglichst bald der Geschichte angehört und es sich nicht so verändert, dass wir jedes Mal von vorn beginnen müssen.

Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch!

Dermapharm steht für "pharmazeutische Exzellenz Made in Germany“ und besticht durch ein breites Portfolio an patentfreien Markenarzneimitteln. Die Zusammenarbeit mit BioNTech beim Corona-Impfstoff spricht für das Know-how des SDAX-Unternehmens. Langfristig bleibt der Wert ein vielversprechendes Investment.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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