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15.08.2020 Adam Maliszewski

Bechtle: Solides und konstantes Wachstum gewünscht

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Bechtle

Bechtle hatte unter der Woche gute Zahlen für das erste Halbjahr berichtet. Bei der Aktie folgten Gewinnmitnahmen, aber das ist nicht untypisch für aktuelle Kursverläufe. Für das erste Halbjahr schaffte Bechtle einen Sprung beim Ergebnis vor Zinsen und Steuer auf 112 Millionen Euro, unterm Strich verbleibt ein Gewinn von 77,3 Millionen Euro. Die Bechtle-Story geht jedoch weiter.

Bechtle (WKN: 515870)

Der Corona-Lockdown traf auch zunächst die Papiere der IT-Dienstleister. Doch Bechtle war als Händler und Dienstleister sehr gut aufgestellt. Die Erwartungshaltung der Börse, dass Bechtle vom Trend zum Homeoffice profitieren dürfte, zeigte sich recht schnell im Kursverlauf. Nach einem Tiefpunkt bei 85 Euro Mitte März verdoppelte sich der Wert des Papiers auf rund 170 Euro. Erst mit der Bekanntgabe der Zahlen zu Q2 bildete sich die Notierung zurück. Dabei hat das Zahlenwerk keineswegs enttäuscht. Das Umsatzplus im Halbjahr von 6,6 Prozent auf 2,67 Milliarden Euro ist vorzeigbar. 

Bechtle sorgte gleich Anfang des Lockdowns in Deutschland für Aufsehen, als der IT-Dienstleister für die Landesregierung des Saarlandes innerhalb weniger Stunden eine Kollaborationslösung auf der Basis von Webex ausrollte und alle Betriebe des Landes anschloss. Im Bildungsbereich profitierte Bechtle im Halbjahr voll vom Digitalisierungsschub. „Wir wünschen uns, dass das nicht nur ein Strohfeuer ist“, sagte Bechtle-Vorstand Thomas Olemotz bei der Präsentation der Zahlen. Insgesamt ist der Anteil der öffentlichen Hand am Umsatz von zuletzt 30 auf mehr als 35 Prozent gestiegen.


Zur gelebten Wachstumsstrategie bei Bechtle sagte Olemotz: „Unsere Konstanz und Verlässlichkeit zahlen sich aus. Sie sind die Basis für diese sehr gute Entwicklung“. Zu Übernahmen: Bechtle sieht den Preisanstieg für attraktive Unternehmen aktuell gestoppt. In den vergangenen Jahren hatte Bechtle jährlich etwa vier bis fünf meist kleinere Firmen übernommen. Das externe Wachstum gehöre zwar zur Strategie, doch es sei eher langfristig ausgelegt. In der Regel werden Expansionen und Zukäufe an konkrete Ziele gekoppelt, da geht es schon mal um den Zehn-Jahres-Horizont.  

In der langen Planung für 2020 hatte man sich einen Umsatz von 5 Milliarden Euro und einen Bestand von 10.000 Mitarbeitern vorgenommen, ein Ziel das bereits in 2019 erreicht wurde. Mittlerweile nimmt Bechtle einen Umsatz von 10 Milliarden Euro im Jahr 2030 ins Visier sowie eine Vorsteuerrendite von 5 Prozent.

Für die Zukunft spielen Trends wie Internet-Sicherheit, optimierte Softwarelösungen und Marktdurchdringung als Beratungshaus eine große Rolle. Bechtle, die zwei Drittel durch die Sparte Systemhaus und Managed Services verdienen, wollen hier Marktanteile deutlich ausbauen.


Das Bechtle-Papier ist auf Basis der 2021er Gewinnschätzungen mit einem KGV von rund 31 recht hoch bewertet. Der AKTIONÄR hält einen Einstieg erst bei einem Kursrücksetzer der Aktie für interessant, beobachtet  aber die weitere Entwicklung bei Bechtle. 


(Mit Material von dpa-AFX)