14.02.2013 Florian Westermann

Apple-Aktie: Die 80-Milliarden-Dollar-Chance – was wird bei Loewe gespielt?

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Die Gerüchteküche brodelt wieder einmal – bringt der kalifornische Kult-Konzern Apple demnächst eine Computer-Uhr auf den Markt? Oder wird das iTV die Fernsehwelt revolutionieren? Eine Analystin sieht das Umsatzpotenzial bei über 80 Milliarden Dollar. Heiße Gerüchte gibt es in diesem Zusammenhang außerdem bei Loewe.

"Was ist bloß los bei Apple?", werden sich viele Anleger denken. Die Höchststände sind in weite Ferne gerückt, die Aktie befindet sich auf dem absteigenden Ast. Fest steht: Die Konkurrenz hat massiv aufgeholt. Samsung ist inzwischen zum weltgrößten Smartphone-Hersteller aufgestiegen. Nokia hat sich mit den neuen Lumia-Modellen eindrucksvoll zurückgemeldet und auch Blackberry hat erst kürzlich mit dem Z10 ein überaus attraktives Modell vorgestellt.

Wann kommt die nächste Revolution?

Die Zeiten, in denen die Bäume in den Himmel wuchsen, sind auch für Apple vorbei. Die letzte richtige Innovation, das iPad, liegt schon einige Jahre zurück. Seitdem beschränkt man sich bei Apple mehr oder weniger darauf, bestehende Produkte zu verbessern. Das könnte sich aber bald ändern. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge arbeiten die Kalifornier an einer Computer-Uhr, die einige Funktionen eines Smartphones übernehmen könnte. Ein solches Gerät sei bereits mit dem Produktionspartner Foxconn besprochen worden.

Wie Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Situation vertraute Personen berichtet, hat Apple inzwischen ein Team von rund 100 Hard- und Softwaredesignern, Marketingexperten und Managern für das Projekt abgestellt. Das zeige, dass Apple die experimentelle Phase bereits hinter sich gelassen habe und sich in der Entwicklung befinde. Bloomberg zitiert den ehemaligen Apple-Mitarbeiter und Technologie-Berater Bruce Tognazzini mit den Worten: "Die iWatch füllt eine klaffende Lücke im Apple-Ökosystem." Wie andere Apple-Produkte, die bei der Markteinführung noch unterschätzt wurden, wird die iWatch tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben und zu Apples Erfolg beitragen, so Tognazzini weiter.

Umsatzpotential von über 80 Milliarden Dollar

Die Analystin Katy Huberty von Morgan Stanley traut der iWatch laut dem Blog AppleInsider ein jährliches Marktvolumen von zehn bis 15 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich dürften 2,50 bis 4,00 Dollar Gewinn je Aktie hängenbleiben. Ein weiteres heißes Thema ist auch ein möglicher Einstieg ins Geschäft mit Fernsehgeräten, über den schon lange spekuliert wird. Morgan Stanley rechne hierbei mit jährlichen Erlösen von 68 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 18 Dollar bei einer weltweiten Markteinführung. Insgesamt traue Huberty den beiden Produkten ein Umsatzvolumen von jährlich bis zu 83 Milliarden Dollar zu.

Apple an Loewe interessiert?

Dazu passt ein Gerücht, das am Mittwoch für Kurssprünge bei Loewe gesorgt hat. Die Loewe-Aktie schoss zeitweise um fast die Hälfte bis auf 3,90 Euro in die Höhe, zum Handelsschluss stand immer noch ein Plus von 25 Prozent auf 3,40 Euro auf dem Kurszettel. Am Markt wurde über ein mögliches Gebot von Apple in Höhe von rund vier Euro pro Aktie spekuliert. Zuvor hatte Apple-Chef Tim Cook betont, dass der iPhone-Bauer in den letzten drei Jahren im Schnitt alle zwei Monate ein Unternehmen gekauft habe. Der fränkische Fernsehgeräte-Spezialist hat die Gerüchte über eine Übernahme durch Apple allerdings zurückgewiesen. "Nach unserem Kenntnisstand ist an den Spekulationen nichts dran", sagte Loewe-Sprecher Roland Raithel der Nachrichtenagentur dpa. Bereits im Mai hatte ein US-Blog über ein angebliches Apple-Gebot von gut 87 Millionen Euro berichtet.

Größter Loewe-Aktionär ist der japanische Elektronik-Konzern Sharp mit knapp 30 Prozent. Sharp gilt auch als ein zentraler Partner für angebliche Pläne von Apple, ein eigenes Fernsehgerät auf den Markt zu bringen. Loewe geht gerade durch eine schwierige Phase mit andauernden Verlusten. Knapp ein Fünftel der rund 1.000 Arbeitsplätze soll gestrichen werden. Loewe will sich als Premium-Anbieter mit eleganten Geräten und höheren Preisen von asiatischen Massenherstellern abgrenzen, wird aber ebenfalls vom weltweiten Abschwung des Geschäfts getroffen.

Noch abwarten

Aus charttechnischer Sicht ist die Apple-Aktie noch immer angeschlagen, Langfristanleger bleiben der Aktie deshalb vorerst fern. Mögliche neue Produkte - das könnte auch eine größere oder günstigere Variante des iPhones sein - könnten den Negativtrend aber schnell wieder umkehren. Die Aktie sollte daher auf keiner Watchlist fehlen.

Mit Material von dpa-AFX.