Die Aktie von Apple hat vor dem Wochenende bei 294,76 Dollar ein neues Rekordhoch markiert. Rückenwind lieferte dabei auch ein positiver Analystenkommentar: Dan Ives von Wedbush wurde seinem Ruf als Apple-Superbulle einmal mehr gerecht und hat das Kursziel kräftig erhöht. Selbst vom aktuellen Rekordniveau aus sieht er noch reichlich Luft nach oben.
Konkret hat Ives seine Kaufempfehlung für die Apple-Aktie bestätigt und den fairen Wert von 350 auf 400 Dollar erhöht. Damit ist er nun wieder der größte Bulle unter den 57 Analysten, die sich nach Bloomberg-Daten mit dem Tech-Riesen beschäftigen. Während das 12-Monats-Konsensziel von 312,21 Dollar nach dem starken Lauf der letzten Wochen nur noch etwas mehr als sechs Prozent Kurspotenzial signalisiert, traut Ives der Aktie mit dem neuen Kursziel noch rund 36 Prozent zu.
Der Kern seiner Argumentation dreht sich um Künstliche Intelligenz. Während Apple in der Anlegergemeinschaft zuletzt als Nachzügler in Sachen KI galt und sich das Unternehmen öffentlich bedeckt hielt, rechnet Ives mit einem Wendepunkt im Juni: Die jährliche Entwicklerkonferenz WWDC (ab 8. Juni) soll nach seiner Einschätzung zum „major inflection point" für die Aktie werden. Dort erwartet er eine grundlegend erneuerte KI-Strategie – unter anderem ein umfangreiches Update von iOS 27 und eine überarbeitete Apple-Intelligence-Plattform.
Die Auswirkungen könnten erheblich sein: Ives geht davon aus, dass in den kommenden Jahren rund 20 Prozent der Weltbevölkerung über ein Apple-Gerät Zugang zu KI erhalten werden. „Hunderte KI-gestützte Apps in den Bereichen Gesundheit, Fitness, Finanzen, Lifestyle werden von Entwicklern im App Store entstehen und iOS 27 sowie die überarbeitete Apple Intelligence nutzen", schreibt der Analyst. Das soll Apple zu einem zentralen Anlaufpunkt im KI-Ökosystem der Verbraucher machen.
Finanziell beziffert der Wedbush-Analyst das Potenzial auf 15 Milliarden Dollar an zusätzlichen Serviceerlösen pro Jahr. Das wäre eine bedeutende Ergänzung zum bestehenden Geschäftsmodell des Unternehmens, dessen Marktkapitalisierung derzeit bei rund 4,3 Billionen Dollar liegt.
Neben der KI-Fantasie spielt auch der anstehende Führungswechsel eine Rolle: Hardware-Chef John Ternus soll Apple im September das Zepter von CEO Tim Cook übernehmen. Ives erwartet, dass Ternus den Fokus auf Hardware-Innovationen verstärken wird – darunter möglicherweise ein faltbares iPhone und günstigere Apple-Brillen.
Rückenwind kommt auch aus dem laufenden Geschäft: Die Nachfrage nach dem neuen 13-Zoll MacBook Neo sei extrem hoch, hatte Apple-Chef Cook zuletzt auf einer Analystenkonferenz betont. Analyst Brian White von Monness, Crespi, Hardt & Co. bezeichnete das Kundeninteresse an dem Gerät als eine der wesentlichen Stimmungsaufheller für die Aktie.
Nach der jüngsten Konsolidierung hat der Kurs Ende März wieder den Vorwärtsgang eingelegt und seither in der Spitze rund 20 Prozent zugelegt. Am Freitag hat das Papier bei 294,76 Dollar ein neues Rekordhoch markiert. Zum Handelsschluss an der Wall Street stand noch ein Plus von gut zwei Prozent auf 293,32 Dollar an der Kurstafel.
Der Markt preist damit auch die Aufholjagd des Tech-Schwergewichts im KI-Rennen ein. Die Bewertung mit einem 2026er-KGV von 34 ist in Relation zur bislang erwarteten Gewinnentwicklung ambitioniert. Das bedeutet aber auch, dass Apple bald Zählbares liefern muss und die Luft für weitere Verzögerungen dünn wird. DER AKTIONÄR behält die Aktie daher vorerst auf der Beobachtungsliste.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
Heute, 09:00