Das ist Ihre Erfolgsstrategie für schwache Börsen
02.05.2020 Lars Friedrich

Alibaba: Top-Manager degradiert und Trump-Panik

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Alibaba

Anfang der Woche handelte Alibaba nach einem mutmaßlichen Fehltritt einer Führungskraft konsequent. Anleger reagierten verhalten. Gegen Ende der Woche kam dann aber einmal mehr ein Thema auf, das die Aktie bereits in der Vergangenheit belastete. Diesmal sackte der Kurs vier Prozent ins Minus. Wie es weitergeht, liegt nur bedingt in Alibabas Hand.

Am Montag stand noch Jiang Fan im Brennpunkt: Der 34-Jährige leitet Alibabas E-Commerce-Plattformen Tmall und Taobao. Allerdings wurde er inzwischen vom Senior Vice-President zum Vice-President degradiert, sein Bonus wurde gestrichen, und er ist auch nichts mehr Teil der Alibaba-Partner, einer Art Aufsichtsrat. Jiang Fan war dort das jüngste Mitglied.

Der Grund für den Ärger: Jiang Fans Frau soll die Influencerin Zhang Dayi via Weibo (Chinas Twitter) gewarnt haben, sich von ihrem Mann fernzuhalten. Womöglich hatte Jiang Fan eine Affäre mit der Influencerin. Außereheliche Affären seien im Alibaba-Kosmos aus Image-Gründen äußerst verpönt, zitierte die Financial Times diese Woche einen Ex-Alibaba-Mitarbeiter. Dass Jiang Fan trotzdem weiter in leitender Position tätig bleiben darf, dürfte ein Hinweis darauf sein, wie wichtig seine Rolle für das Kerngeschäft intern eingeschätzt wird.

Richtig unter Druck geriet der Aktienkurs von Alibaba kurzfristig erst gegen Ende der Handelswoche – zusammen mit dem Gesamtmarkt. US-Präsident Donald Trump hatte mal wieder die Anti-China-Karte gespielt: Im Zusammenhang mit dem Coronavirus drohte er dem Reich der Mitte mit Strafzöllen. Daraufhin sackten besonders die Kurse chinesischer Unternehmen ab. Alibaba rutschte unter 200 Dollar. Der WANT-Index lag zuletzt fünf Prozent im Minus (mehr zu den AKTIONÄR-Indizes).

Dass Alibaba an Jiang Fan festhält, ist verständlich. Ein Führungsvakuum kann sich der Konzern kaum leisten, schließlich gibt es im E-Commerce mit JD.com und Pinduoduo starke heimische Konkurrenz. Zudem wurden bislang keine Auswirkungen der mutmaßlichen privaten Affäre auf Alibabas Geschäfte bekannt. Für den Aktienkurs definitiv belastender wirkt der Konflikt zwischen den USA und China. Langfristig orientierte Anleger sollten sich davon jedoch nicht verunsichern lassen. Bereits in der Vergangenheit hatten die Handelsstreitigkeiten zwar zu erhöhter Volatilität geführt, jedoch wenig an Alibabas hervorragenden operativen Aussichten gerüttelt.

Alibaba (WKN: A117ME)

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Alibaba.

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