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30.09.2021 Michael Schröder

AKTIONÄR-Tipp Knaus Tabbert: Zu wenig Fahrgestelle – Prognose kassiert – Rücksetzer als Kaufchance?

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Knaus Tabbert AG

Knaus Tabbert profitiert zwar vom Trendwechsel bei der Gestaltung der schönsten Zeit des Jahres. Pauschalreisen und Massentourismus waren gestern. Individualreisen werden immer beliebter. Der Wohnmobilhersteller leidet allerdings auch unter Lieferproblemen bei Fahrgestellen. Die Jahresprognose wurde zurückgezogen. An der Börse ging es für die Aktie daraufhin abwärts.

Zu wenig Chassis: Wegen Lieferproblemen bei Fahrgestellen, die primär mit der weltweiten Halbleiterknappheit verbunden sind, muss Knaus Tappert die Wohnmobilproduktion an den Standorten Jandelsbrunn in Deutschland und in Nagyoroszi (Ungarn) im vierten Quartal voraussichtlich für mindestens zwei Wochen stoppen. Zudem müsse die Arbeitszeit deutlich reduziert werden, hieß es aus der Firmenzentrale.

Dabei lief es eigentlich rund bei Knaus Tabbert. Während Hotelaufenthalte und Fernreisen schwieriger wurden, sattelten viele Menschen um auf Camper. Im ersten Halbjahr 2021 verdreifachte sich der Auftragsbestand des Unternehmens. Die vor Kurzem präsentierte Mittelfrist-Prognose machte Lust auf mehr.

Aufgrund der hohen Nachfrage war der Vorstand für das Gesamtjahr zuletzt noch von einem kräftigen Umsatzwachstum „im unteren Bereich von 20 bis 22 Prozent“ (Vorjahr: 794 Millionen Euro) und einer bereinigten EBITDA-Marge von rund acht Prozent ausgegangen. Eine neue Prognose für das laufende Geschäftsjahr gab das Management noch nicht. Jefferies-Analyst Rizk Maidi rechnet in einer ersten Reaktion damit, dass die Markterwartungen angesichts der Produktionsausfälle im Schlussquartal um etwa zehn Prozent sinken dürften.

Die mittelfristige Wachstumserwartung dürften von den kurzfristigen Verschiebungen aber nicht betroffen sein. Zur Erinnerung: Bis 2025 plant die Gesellschaft, über 220 Millionen Euro in den Ausbau der bestehenden Standorte zu investieren und die Produktionskapazitäten bis 2025 von derzeit rund 30.000 auf über 50.000 Einheiten zu erhöhen. Mit der steigenden Produktionsmenge und den sich daraus ergebenden Skalen- sowie Verbundeffekten plant Knaus Tabbert ab 2023 eine operative Ergebnismarge bezogen auf das bereinigte EBITDA von rund zehn Prozent. Für die Folgejahre wird mit weiteren Steigerung gerechnet.

Knaus Tabbert AG (WKN: A2YN50)

Die Lieferprobleme bei den Fahrgestellen war bekannt, dennoch kommt die Aussetzung der Prognose etwas überraschend. Das zeigt sich auch in der Kursreaktion. Mögliche Verschiebungen sollten aber in den ersten Monaten 2022 wieder aufgeholt werden können. Zudem hat dich das Unternehmen bei den Zulieferern der Chassis für die Zukunft breiter aufgestellt. Nach einer Stabilisierung des Kurses könnte sich für Anleger mit Weitblick auf dem verbilligten Kursniveau eine durchaus interessante Einstiegsgelegenheit ergeben.

(Mit Material von dpa-AFX)