15.04.2020 Marion Schlegel

Airbus-Rivale Boeing: Eine schlechte Nachricht nach der anderen – warum Goldman Sachs dennoch zum Kauf rät

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Boeing

Der angeschlagene US-Luftfahrtriese Boeing verliert in der Corona-Krise immer mehr 737-Max-Bestellungen. Im ersten Quartal wurden unterm Strich 314 Aufträge für den nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Problemflieger storniert, wie der Airbus-Rivale am Dienstag in Chicago mitteilte. Die Aktie von Boeing ging daraufhin am Dienstag mit einem Minus von gut vier Prozent auf 141,00 Dollar aus dem Handel in New York.

Insgesamt büßte Boeing bis Ende März 307 Flugzeugbestellungen ein, da immerhin einige neue Aufräge für andere Modelle reinkamen. Boeing ist wegen des 737-Max-Debakels bereits stark angeschlagen, die Coronavirus-Pandemie erschwert die Lage nun noch zusätzlich.

Der Flugzeugbauer Boeing erwägt offenbar Stellenstreichungen im großen Stil. Jede zehnte Stelle könnte bei dem Airbus-Konkurrenten wegfallen, berichtet das "Wall Street Journal" am Wochenende und beruft sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen.

Boeing (WKN: 850471)

Die Corona-Krise trifft den Flugzeugbauer mit voller Wucht – das gilt vor allem für den Bau von zivil genutzten Flugzeugen. In dieser Sparte soll auch ein Großteil der Stellenstreichungen stattfinden, berichtet das "WSJ". Boeing beschäftigt etwa 160.000 Mitarbeiter.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat derweil das Kursziel für Boeing von 173 auf 189 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Insgesamt sei der Markt gegenwärtig ziemlich zurückhaltend gegenüber dem Luftfahrtsektor und ziemlich besorgt über die künftige Ertragskraft und Bilanz von Boeing, schrieb Analyst Noah Poponak in seiner jüngsten Studie. Viel Negatives sei nun aber in der Aktie des amerikanischen Flugzeugbauers eingepreist, und das zylische Stimmungspendel schwinge irgendwann auch wieder zurück.

Die mittelfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Boeing-Bestellungen sind noch nicht absehbar. Die Boeing-Aktie bleibt daher ein heißes Eisen. DER AKTIONÄR favorisiert in der Branche weiterhin den europäischen Konkurrenten Airbus.

Airbus (WKN: 938914)

(Mit Material von dpa-AFX)