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02.09.2021 Marion Schlegel

Airbus: Früheres Ende als ursprünglich geplant

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Airbus

Der weltgrößte Passagierjet A380 wird im Herbst für den Flugzeugbauer Airbus endgültig Geschichte sein. Dann übernimmt die arabische Fluggesellschaft Emirates am Airbus-Standort in Hamburg-Finkenwerder die letzten drei noch ausstehenden Maschinen dieses Typs. Die allerletzte bestellte Maschine "soll im November in die Flotte aufgenommen werden, womit der ursprüngliche Auslieferungszeitpunkt von Juni 2022 vorgezogen wird", wie die Fluggesellschaft am Mittwoch in Dubai mitteilte. "Wir haben uns mit Airbus darauf geeinigt, die Auslieferung unserer verbleibenden A380-Bestellungen vorzuziehen".

Airbus (WKN: 938914)

Emirates ist mit Abstand größter A380-Abnehmer und will "auch in den nächsten zwei Jahrzehnten" der größte Betreiber des doppelstöckigen Flugzeuges sein, wie Emirates-Chef Tim Clark versicherte. Insgesamt wird die A380-Flotte von Emirates im November 118 Flugzeuge umfassen, fast die Hälfte aller jemals gebauten Maschinen des Typs. Die Lufthansa sieht nach früheren Angaben dagegen für das Riesenflugzeug keine Zukunft mehr in ihrer Flotte. Die derzeit langzeitgeparkten Maschinen würden nicht mehr in den Liniendienst zurückkehren, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr im März erklärt.

Airbus hatte Anfang 2019 unter seinem früheren Chef Tom Enders beschlossen, dass die A380-Produktion eingestellt wird, auch nachdem Emirates und andere Airlines damals Bestellungen zurückgezogen oder kräftig reduziert hatten. Der amerikanische Rivale Boeing hatte es später Airbus gleich getan, und Mitte 2020 das Aus für den Jumbo-Jet 747 für 2022 angekündigt. Für viele Airlines sind derartige Flieger zu groß und verbrauchen mit ihren vier Triebwerken zu viel Treibstoff – das ist nicht wirtschaftlich, besonders wenn die Riesenjets nicht voll besetzt sind.

Kleinere Maschinen sind hingegen beliebt. Die Airbus-Maschinen der A320-Familie mit mittlerweile fast 10.000 ausgelieferten Exemplaren sind ein Kassenschlager. Große Hoffnung setzt Airbus dabei auf die neueste Variante A321XLR, die dank eines zusätzlichen Tanks im Rumpf und entsprechend höherer Reichweite auch für transatlantische Flüge zum Beispiel von Deutschland an die Ostküste der USA eingesetzt werden kann.

Das Auslaufen des Airbus A380 hat auf die Aktie von Airbus keinerlei Auswirkungen. Deutlich wichtiger ist, dass sich der Flugverkehr weiter normalisiert. Seit ihrem Korrekturtief im Frühjahr 2020 hat sich die Aktie mittlerweile deutlich erholt. Sogar das Allzeithoch bei knapp 140 Euro ist nicht mehr allzuweit entfernt. Anleger bleiben weiterhin an Bord.

(Mit Material von dpa-AFX)