++ 100 Prozent mit Tech-Aktien ++

7.800 Prozent Plus: Buffetts liebste Aktie läuft und läuft

7.800 Prozent Plus: Buffetts liebste Aktie läuft und läuft
Foto: AP Photo/Nati Harnik/picture alliance
Berkshire Hathaway Inc. -%
Nikolas Kessler Heute, 15:30 Nikolas Kessler

Warren Buffett liebt Coca-Cola – und zwar nicht nur als Getränk, sondern auch als Investment. Vor fast vierzig Jahren ist er mit Berkshire Hathaway bei dem US-Getränkeriesen eingestiegen, heute ist es eine der größten Positionen im Aktienportfolio der Investmentgesellschaft. Daran soll sich auch nach Buffetts Rücktritt als CEO erst einmal nichts ändern.

Fünf Dosen Coca-Cola täglich trinkt Warren Buffett nach eigener Aussage im Schnitt. Auf einer Berkshire-Hauptversammlung hat der Milliardär seinen unorthodoxen Ernährungsstil einmal so verteidigt: Er habe die Sterblichkeitsstatistiken studiert und festgestellt, dass Sechsjährige die niedrigste Sterblichkeitsrate aufwiesen – also esse er wie ein Sechsjähriger. Das mag als Scherz gemeint gewesen sein, aber seine Zuneigung zu Coca-Cola ist ernst und inzwischen milliardenschwer. Kein anderes Investment verkörpert Buffetts Philosophie so treffend wie die Coke-Aktie – einfaches Geschäftsmodell, starke Marke, berechenbare Dividenden, und vor allem Geduld.

Seit den späten 1980er-Jahren hält Berkshire Hathaway 400 Millionen Coca-Cola-Aktien, hat dafür damals durchschnittlich rund drei Dollar je Stück bezahlt. Heute ist das Paket rund 30 Milliarden Dollar wert. Das entspricht 9,3 Prozent aller Coca-Cola-Papiere und knapp zehn Prozent des gesamten Aktienportfolios von Berkshire. Und daran wird sich so schnell nichts ändern.

Buffetts Nachfolger an der Berkshire-Spitze, Greg Abel, hat Coca-Cola in seinem ersten Aktionärsbrief als CEO ausdrücklich zu den vier Kernbeteiligungen des Konglomerats erklärt – neben Apple, American Express und Moody's. Auf diese vier Werte entfällt mehr als die Hälfte des gesamten Aktienportfolios. Man verstehe diese Unternehmen gut, schätze ihre Führungskräfte und erwarte, dass sie über Jahrzehnte hinweg Kapital vermehren würden, so Abel. Umschichtungen seien daher nur bei fundamentalen Änderungen der langfristigen wirtschaftlichen Aussichten denkbar.

Operativ auf Kurs

Für Coke sind solche Änderungen momentan nicht in Sicht – im Gegenteil. Im ersten Quartal meldete der Konzern einen bereinigten Gewinn von 86 Cent je Aktie, deutlich über der Analystenerwartung von 81 Cent. Das Absatzvolumen stieg um drei Prozent, während die Branche bestenfalls mit Stagnation gerechnet hatte. Coke Zero Sugar bleibt der Wachstumstreiber mit einem Plus von 13 Prozent.

BofA-Analyst Peter Galbo nennt Coca-Cola schlicht seinen Top-Pick und sagt, es sei das einzige der rund 40 Unternehmen in seiner Coverage, das in diesem Jahr sein gesamtes Wachstumsziel beim Umsatz, beim operativen Gewinn und beim Ergebnis je Aktie erreichen werde.

Was macht den Konzern so krisenfest? Das Geschäftsmodell ist der Schlüssel. Coca-Cola produziert selbst kaum – es verkauft Konzentrate und Sirupmischungen an seine Abfüllpartner, investiert in Marketing und optimiert Preise und Produktmix. Das macht den Konzern zu einer kapitalleichten, global vernetzten Ertragsmaschine. Die operativen Margen haben sich dadurch in zehn Jahren von rund 20 auf über 30 Prozent verbessert. Dazu kommt eine geografische Diversifikation: In Lateinamerika, dem asiatisch-pazifischen Raum und Indien wächst das Geschäft überdurchschnittlich, was schwächeres Heimatmarktgeschäft ausgleicht.

Natürlich gibt es Gegenwind: GLP-1-Medikamente wie Ozempic, die den Konsum kalorienreicher Getränke dämpfen könnten, zuckerspezifische Steuern in einigen Märkten und der frisch antretende neue CEO Henrique Braun, der noch beweisen muss, dass er in die Fußstapfen seines Vorgängers James Quincey treten kann. Analysten sind jedoch gelassen: Braun ist seit 30 Jahren im Unternehmen, genießt das Vertrauen der Abfüllpartner und steht für Kontinuität statt Bruch.

Berkshire-CEO Abel sieht das ähnlich. Vor der diesjährigen Hauptversammlung sagte er bezüglich Coca-Cola und der drei anderen Kern-Investments im Portfolio: „Wir kennen die Qualität dieser Konzernchefs. Wir kennen die Qualität dieser Unternehmen.“

Fast 8.00 Prozent – Geduld zahlt sich aus

Die Dividende ist mit einer Rendite von derzeit 2,7 Prozent nicht extrem hoch, aber extrem verlässlich. Coca-Cola ist nicht nur ein Dividendenaristokrat, sondern sogar ein Dividendenkönig: Im Frühjahr 2026 wurde die Ausschüttung das 64. Jahr in Folge erhöht.

Für Berkshire ist das entscheidend: Rund 848 Millionen Dollar an Dividenden kassiert die Gesellschaft Jahr für Jahr. In Verbindung mit dem günstigen Einstandskurs von rund drei Dollar pro Aktie ergibt sich daraus eine Traumrendite: Seit Berkshire im Sommer 1988 die ersten Coke-Aktien gekauft hat, liegt deren Gesamtperformance einschließlich Dividenden bei schier unglaublichen 7.800 Prozent. Das ist die Magie des langen Atems.

Coca-Cola (WKN: 850663)

Was Buffett also an Coca-Cola liebte, liebt Abel noch immer – und daran dürfte sich so schnell nichts ändern. Auch für den AKTIONÄR bleibt die Aktie ein defensiver Baustein im Depot. Die Papiere von Berkshire Hathaway stehen momentan auf der Beobachtungsliste.  

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Berkshire Hathaway - €
Coca-Cola - €

Aktuelle Ausgabe

Tech-Comeback: Diese 3 Tipps zünden jetzt

Nr. 20/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.

Buchtipp: Die Deals von Warren Buffett - Vol. 4

Als wir Warren Buffett mit Abschluss von Band 3 Ende der 1990er-Jahre verließen, leitete er das größte Unternehmen Amerikas – Berkshire Hathaway – und sein persönliches Vermögen war auf 40 Milliarden Dollar angewachsen. Im Band 4 zeichnet der renommierte Investmentexperte und Buffett-Kenner Glen Arnold nach, wie Buffett Berkshire zum angesehensten Unternehmen der Welt machte. Es geht um die Investitionen Buffetts in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts, als Berkshire zu einem Giganten mit jährlichen Gewinnen von über acht Milliarden Dollar wurde – unter anderem um Moody’s, PetroChina und Walmart. Dank Arnolds scharfsinniger Deal-Analysen können wir von Buffett lernen und selbst bessere Investoren werden.

Die Deals von Warren Buffett - Vol. 4

Autoren: Arnold, Glen
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 05.03.2026
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-037-9

Preis: 24,90 €