Henkel ist angeschlagen: Die Aktie des DAX-Konzerns hat in den vergangenen vier Wochen rund 20 Prozent eingebüßt. Für frischen Rückenwind soll nun der Zukauf der Premium-Haarpflegemarke OLAPLEX sorgen. Diesen lässt sich Henkel rund 1,4 Milliarden Dollar kosten und sorgt damit für ein Kursfeuerwerk bei der OLAPLEX-Aktie.
Konkret hat Henkel eine verbindliche Vereinbarung zur vollständigen Übernahme der Premium‑Haarpflegemarke OLAPLEX unterzeichnet. Der Angebotspreis beträgt 2,06 Dollar und liegt damit rund 55 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs. Den Gesamtwert der Transaktion beziffert der DAX-Konzern auf 1,4 Milliarden Dollar.
Zwar haben das Board of Directors von OLAPLEX und der Mehrheitsaktionär Advent bereits eine schriftliche Einverständniserklärung abgegeben, in der sie sich verpflichten, der Transaktion zuzustimmen, noch steht der Deal aber unter dem Vorbehalt üblicher Vollzugsbedingungen sowie kartellrechtlicher Genehmigungen.
Darum will Henkel OLAPLEX kaufen
Henkel treibt den Umbau seines Konsumgütergeschäfts konsequent voran und setzt dabei gezielt auf margenstarke, wachstumsfähige Kategorien. Die geplante Übernahme von OLAPLEX fügt sich nahtlos in diese Strategie ein. Mit dem Zukauf stärkt der Konzern seine Position im attraktiven Premium-Haarpflegesegment, das innerhalb des Consumer-Brands-Bereichs eine zentrale Rolle spielt und langfristig überdurchschnittliches Wachstum verspricht.
OLAPLEX bringt dabei genau die Qualitäten mit, die Henkel sucht. Die Marke steht für wissenschaftsbasierte, leistungsstarke Produkte und hat sich sowohl bei professionellen Anwendern als auch bei Endkunden eine hohe Glaubwürdigkeit erarbeitet. Gerade die enge Verankerung in der Friseur-Community sorgt für eine starke Markenbindung und verschafft OLAPLEX einen klaren Wettbewerbsvorteil im Premiumsegment. 2025 erzielte die Marke einen Erlös von 423 Millionen Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA von 93,9 Millionen Dollar. Die bereinigte EBITDA-Marge betrug 22,2 Prozent.
Mit dem Zukauf treibt Henkel seine Wachstumsagenda konsequent voran. Ob sich die Übernahme am Ende auszahlt, bleibt jedoch abzuwarten. Angesichts des angeschlagenen Chartbilds drängt sich ein Einstieg derzeit weiterhin nicht auf. OLAPLEX-Aktionäre dürfen sich hingegen über einen Kurssprung von rund 50 Prozent im vorbörslichen US-Handel freuen.
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