13.06.2019 Maximilian Völkl

1&1 Drillisch: 5G-Auktion zu Ende! Aktie geht durch die Decke – die 5 wichtigsten Fragen und Antworten

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Drillisch
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Die 5G-Auktion ist zu Ende und die Aktie von 1&1 Drillisch geht durch die Decke. Nach der monatelangen Talfahrt, bei der der MDAX-Titel vom Hoch aus über 60 Prozent an Wert verloren hat, blicken viele Anleger nun wieder gespannt auf den Telekomkonzern. DER AKTIONÄR beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zum neuen Netzanbieter.

Was ist passiert?

6,6 Milliarden Euro zahlen die deutschen Mobilfunkanbieter für 5G. Drillisch lässt sich die Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 1,07 Milliarden Euro kosten. Dafür sichert sich die United-Internet-Tochter zwei Frequenzblöcke im Bereich 2 Gigahertz (GHz) und fünf Blöcke im 3,6-GHz-Band.

Wie verlief die Auktion?

Die Versteigerung ging länger und war teurer als erwartet. Experten hatten lediglich mit Erlösen von drei bis fünf Milliarden Euro gerechnet. Allerdings entbrannte letztlich ein Kampf um einen Frequenzblock, der die Auktion stark in die Länge zog. Drillisch gab nun nach, hat auf einen Block weniger geboten und brachte die Versteigerung damit nach 13 Wochen zu Ende.

Was sagt der Konzern zum Ergebnis?

„Wir freuen uns über den Ausgang der Auktion. Wir haben Frequenzen ersteigert, mit denen wir in der Lage sind, ein leistungsfähiges 5G-Netz aufzubauen. Damit schlagen wir ein neues Kapitel in unserer Unternehmensgeschichte auf“, so Ralph Dommermuth, CEO von United Internet.

Wie reagiert die Börse?

Drillisch zahlt mit 1,07 Milliarden Euro weniger als die Wettbewerber. Das kommt an der Börse gut an. Etwa zehn Prozent springt die Aktie deshalb hoch. Auch die Mutter United Internet klettert um sechs Prozent nach oben. Nach dem Absturz der vergangenen Wochen und Monate ist das aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein – die nachhaltige Trendwende steht noch aus.

Wie geht es jetzt weiter?

Durch den Auktionserfolg wird Drillisch zum vierten Netzanbieter in Deutschland. Das bedeutet: Der Konzern muss nun in ein eigenes Netz investieren, Masten aufstellen und die 5G-Versorgung auf die Beine stellen. Das wird weiterhin viel Geld kosten – auch wenn die Bedingungen für die Netzabdeckung als Neueinsteiger geringer sind als für die Platzhirsche.

Fazit: Abwarten

Hohe Kosten werden auf Drillisch auch in Zukunft zukommen. Allerdings ist der Weg alternativlos, da das bisherige Geschäftsmodell, sich bei Telefónica günstig in die Netze einzumieten, wegzubrechen droht. Trotz des Kurssprungs sollten Anleger nichts überstürzen und weiter abwarten. Die Unsicherheiten bei Drillisch bleiben vorerst zu groß.